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Das STV-News-Channel-Archiv

In unserem STV-News-Channel-Archiv können Sie alle Meldungen der Vorwoche noch einmal nachlesen:


Meldungen der Woche

Baumaterialpreise weiter auf Rekordhöhe: Asphalt um 27 Prozent teurer als 2021

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Mai 2022 – drei Monate nach Kriegsbeginn in der Ukraine - um 33,6 Prozent über dem Niveau von Mai 2021. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber einem Vor­jahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Neben Energie, Diesel und Stahl, die im Preis um 87,1, 53,2 bzw. 72,1 Prozent zugelegt haben, ist nun auch Asphalt von Preissteigerungen betroffen.

...„Die Bauunternehmen müssen nun 26,7 Prozent mehr für Asphalt bezahlen. Hier schlägt die Verteuerung von Bitumen - das als Bindemittel ein­gesetzt wird - mit einem Preisplus von 61,4 Prozent mittlerweile durch“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die vom Statistischen Bundesamt heute veröffentlichten Erzeugerpreisindizes für in Deutschland produzierte gewerbliche Produkte.

Müller: „Die Preise scheinen weiterhin nur eine Richtung zu kennen – nach oben. Die starken Baumaterialpreis- und damit Baukostensteigerungen machen den Bauunter­nehmen schwer zu schaffen. Bei Projekten, die schon vor mehreren Monaten oder gar Jahren begonnen wurden, konnte man diese Entwicklung bei Vertragsunterzeichnung auf keinen Fall vorhersehen. Bei Vereinbarung von Festpreisen müssen die Unter­nehmen die gestiegenen Kosten nun selbst schultern. Davon ist nahezu jedes vierte Tiefbauunternehmen betroffen.“ Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages hätten 23 Prozent der befragten Tiefbaubetriebe angegeben, dass eine Weitergabe der gestiegenen Kosten wegen langfristiger Verträge oder fehlender Kundenakzeptanz derzeit überhaupt nicht möglich sei. Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen gehe die Situation zu Lasten der Marge. Während private Auftraggeber Verständnis für die Situation hätten und Mehrkosten zwischen Auftrag­geber und Auftragnehmer aufgeteilt würden, seien die Hürden für entsprechende Verhandlungen bei der Öffentlichen Hand noch zu hoch. „Wir können unmöglich weiterhin ein Puffer des Staates für gestiegene Preise sein und an unsere Substanz gehen, wenn wir auch künftig die Infrastrukturmodernisierung unseres Landes realisieren sollen. Wir brauchen daher eine faire Neugestaltung der Regelungen des Bundes für den Umgang mit Mehrkosten bei öffentlichen Bauvorhaben“, so Müller abschließend.

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.

Quelle: HDB; Bildquelle: pixabay



Mineralische Rohstoffe

BEUMER Group übernimmt FAM Gruppe aus Magdeburg

Die FAM Gruppe aus Magdeburg, Anbieter von Förderanlagen und Verladetechnik, gehört nun zu hundert Prozent zur BEUMER Group, Beckum. BEUMER ist ein international führender Hersteller von Intralogistiksystemen in den Bereichen Fördern, Verladen, Palettieren, Verpacken, Sortieren und Verteilen. Der Anfang Mai unterzeichnete Kaufvertrag wurde am 9. Juni 2022 rechtlich vollzogen.

...Die BEUMER Group hat sich in der Schüttgut-Technologie seit Jahrzehnten stabil am Markt etabliert. Mit dem Kauf der FAM Gruppe stärkt der Systemanbieter seine Marktposition in den Bereichen Minerals und Mining signifikant. Die FAM Gruppe mit der Zentrale in Magdeburg ist ein international agierender mittelständischer Konzern und Hersteller von Förderanlagen mit 750 Mitarbeitern. Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Komplettanbietern von Schüttgutumschlags- und Aufbereitungsanlagen. Die FAM Gruppe plant, konstruiert und fertigt schlüsselfertige Anlagen und Systeme für die Gewinnung, Förderung, Verladung und Lagerung von Mineralien, Rohstoffen und Gütern. Neben der Erweiterung des Portfolios ergänzt sie mit ihrem Know-how und der globalen Aufstellung die Kompetenz der BEUMER Group bei der Projektierung von Anlagen. FAM bringt neben Planung und Engineering die komplette Wertschöpfung samt After-Sales-Service in die BEUMER Group ein.

Die BEUMER Group bietet FAM eine langfristige Perspektive auf Basis höchster Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation: Seit fast 90 Jahren entwickelt die BEUMER Group als familiengeführtes und zu hundert Prozent eigenfinanziertes Unternehmen maßgeschneiderte Systemlösungen, unter anderem für den Bergbau.

Quelle: BEUMER Group

Gemeinsame Konferenz von BMZ und BMUV zur biologischen Vielfalt

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze und Bundesumweltministerin Steffi Lemke wollen unter anderem die Wiederherstellung von Ökosystemen zu einem Schwerpunkt der nächsten Weltnaturkonferenz machen. Ziel ist eine ambitionierte globale Vereinbarung. Ein Schlüssel für die erforderliche Trendwende im Einsatz gegen das Artenaussterben und zugleich für eine nachhaltige Entwicklung und die Ernährungssicherheit für die Menschen ist die Renaturierung von fruchtbaren Böden, Flüssen, Wäldern und Mooren. Die hochrangig besetzte Dialogveranstaltung dient der Vorbereitung der Weltnaturkonferenz, auf der eine globale Vereinbarung zum weltweiten Schutz der Natur und zur Renaturierung zerstörter Ökosysteme gelingen soll.

...Bundesentwicklungsministerin Schulze: "Die Lage ist alarmierend. Im Schnitt verschwindet alle zehn Minuten eine Art von der Erde. Die Krise betrifft nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern vor allem auch uns Menschen: Ohne eine intakte Natur stehen die Menschen den Naturgewalten schutzlos gegenüber, sei es bei der Hitzewelle in Indien, der Heuschreckenplage am Horn von Afrika oder bei Überschwemmungen in Bangladesch. Auch die Hungerkrise ist eng mit der Lage der Natur verbunden. Wenn es gelingt, die Natur zu schützen und zerstörte Ökosysteme wiederherzustellen, dann ist das auch ein gutes Rezept für mehr globale Ernährungssicherheit. Vielfalt auf dem Teller und in der Landwirtschaft tut der Natur gut und zugleich der menschlichen Sicherheit. Denn eine Landwirtschaft, die lokal klimaangepasst, vielfältig und im Einklang mit der Natur betrieben wird, schützt auch vor den Weltmarkt-Schocks bei Weizen oder Mais. Darum setze ich mich weltweit im Bündnis für Globale Ernährungssicherheit dafür ein, nachhaltige Lösungen in der Landwirtschaft voranzutreiben."

Bundesumweltministerin Lemke: "Das Artenaussterben ist die zweite große ökologische Krise neben der Klimakrise. Die Bundesregierung ist angetreten, um sichtbare Fortschritte beim Naturschutz zu erreichen mit dem Ziel, die Zerstörung der Natur zu stoppen. Auf globaler Ebene ist die Weltnaturkonferenz der nächste Meilenstein. Ich setze als Ergebnis auf eine ambitionierte globale Vereinbarung noch in diesem Jahr. Auch national setze ich mich dafür ein, Synergien zwischen Natur- und Klimaschutz zu nutzen. Mit dem neuen Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz wird die Bundesregierung natürliche und naturnahe Ökosysteme wie Moore, Auen, Wälder und Grünland, marine und Küstenökosysteme schützen, stärken oder wiederherstellen. Dafür stehen vier Milliarden Euro bis 2026 zur Verfügung. Dadurch sichern wir den Beitrag der Ökosysteme zum Klimaschutz, zur Anpassung an die Klimakrise und zum Erhalt der Biodiversität und gehen damit mit gutem Beispiel voran bei den internationalen Verhandlungen."

Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit hat die Erde so viele Arten unwiederbringlich verloren wie jetzt. Eine Million von geschätzten acht Millionen Arten sind vom Aussterben bedroht. Mit dem Verlust von Ökosystemen schwindet auch die Möglichkeit der Menschheit, sich zu ernähren oder Klima-Schocks auszugleichen. In dieser kritischen Lage soll auf der nächsten Weltnaturkonferenz eine ambitionierte globale Vereinbarung getroffen werden, die die biologische Vielfalt erhält und zugleich menschliche Entwicklung und eine nachhaltige Nutzung der Natur ermöglicht. Die Bundesregierung setzt sich in den Verhandlungen neben ambitionierten Zielen vor allem für eine effektive Umsetzung ein. Sie wird einen Schwerpunkt darauf legen, Naturräume zu schützen und geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen. Entscheidend ist es dabei, die lokale Bevölkerung – insbesondere indigene Völker – beim Naturschutz einzubeziehen und ihre Rechte zu wahren.

Neben den beiden Ministerinnen nahmen über 100 internationale Partnerinnen und Partner aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft an der Dialogveranstaltung teil, darunter Elizabeth Mrema (Exekutivsekretärin des UN-Übereinkommens über biologische Vielfalt), Indigenen-Vertreterin Victoria Tauli-Corpuz (Tebtebba Foundation) und Ana María Hernández (Vorsitzende des Weltbiodiversitätsrats IPBES).

Die Vereinten Nationen haben die Dekade 2021 bis 2030 zur UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgerufen. Grundannahme hinter der neuen Dekade ist es, dass die globalen Nachhaltigkeitsziele bis zum Jahr 2030 nur dann erreicht werden können, wenn die weltweite Zerstörung von Ökosystemen beendet, ihre Erhaltung sichergestellt und ihre Wiederherstellung angegangen wird. Deutschland unterstützt die UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen und die Arbeit der UN-Organisationen FAO und UNEP, und hat hierfür als erstes Land dem Treuhandfonds für diese Dekade Mittel in Höhe von 14 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Des Weiteren trägt Deutschland im Rahmen seiner bilateralen Zusammenarbeit mit zahlreichen Projekte zur Wiederherstellung von Ökosystemen auf der ganzen Welt zur Umsetzung der UN-Dekade bei.

Der Erhalt und die Wiederherstellung von Natur können darüber hinaus nur Hand in Hand mit den Menschen vor Ort funktionieren. Die indigene und lokale Bevölkerung ist im besonderen Maße von natürlichen Ressourcen und biologischer Vielfalt abhängig, nicht zuletzt für ihre Ernährungssicherung. Gleichzeitig trägt sie mit ihrem traditionellen Wissen erheblich zum weltweiten Naturschutz bei. Die Sicherung ihrer Nutzungs- und Landrechte ist daher von großer Wichtigkeit, um den weltweiten Biodiversitätsverlust zu stoppen.

Ein Beispiel für die Wiederherstellung von Ökosystemen für Natur und Entwicklung ist die African Forest Landscape Restoration Initiative (AFR100), mit der das BMZ die Renaturierung von mindestens 100 Millionen Hektar wald- oder baumreicher Landschaften bis zum Jahr 2030 unterstützt. Ein weiteres Beispiel für einen Lösungsansatz zum Naturerhalt bei gleichzeitigen Entwicklungschancen für die lokale Bevölkerung ist der Weltnaturerbefonds (Legacy Landscapes Fund). Hier werden öffentliche und private Gelder zusammengeführt, um eine langfristige Grundfinanzierung von herausragenden Biodiversitätsgebieten im globalen Süden zu ermöglichen.

Auch der "Nature for Health" Multi-Partner Trust Fund ist solch ein Beispiel für integrierte Lösungsansätze, die Mensch und Natur gleichzeitig zugutekommen. Ziel ist es, zur Vermeidung von Zoonosen und zukünftigen Pandemien beizutragen – beispielsweise indem Ökosysteme als natürliche Schutzbarrieren erhalten und Biodiversität und Klimawandel bei der Umsetzung des sogenannten One Health-Ansatzes berücksichtigt werden.

Um die enormen Herausforderungen zu bewältigen, erhöhten das Bundesentwicklungsministerium und das Bundesumweltministerium 2021 ihre Investitionen in den weltweiten Biodiversitätserhalt erstmals auf über 1,1 Milliarden Euro. Die Bundesregierung ist damit einer der größten Geber für den Erhalt der biologischen Vielfalt weltweit.

Quelle: BMUV; Bildquelle: pixabay


Recycling

Interzero – mit konsequenter Kreislaufwirtschaft für eine Welt ohne Abfall

Interzero heißt eine neue internationale Unternehmensgruppe aus Deutschland. Der Name Interzero steht für innovatives, nachhaltiges und kundenindividuelles Recycling- und Kreislaufmanagement. Die Vision von Interzero ist eine Welt ohne Abfall. Die Rückführung wichtiger Wertstoffe und die Nutzung von Recyclingrohstoffen verschaffen den Kunden deutliche ökologische und ökonomische Vorteile. Sie bieten ihnen neben der Erfüllung immer strengerer staatlicher Vorschriften zur Ressourcenschonung auch einen klaren Mehrwert, sowohl in den industrieorientierten als auch in den auf Endverbraucher ausgerichteten Märkten. Und sie sichern den Zugriff auf wichtige Rohstoffe.

...Neue Zeitrechnung als eigenständiges Unternehmen

„Mit dem bevorstehenden Austritt aus der ALBA Group beginnt für uns eine neue Zeitrechnung als eigenständiges Unternehmen, das sich einer ‚Welt ohne Abfall‘ verschrieben hat“, sagt Dr. Axel Schweitzer, Gesellschafter und Chairman von Interzero. „Unser neuer Name erklärt genau, was wir tun: Wir bieten international unsere „zero waste solutions“ zum Übergang von der linearen in die Kreislaufwirtschaft an – und nennen dies kurz: Interzero.“

Unter der Führung von Dr. Axel Schweitzer formiert sich Interzero neu; aufbauend auf dem Kern der Interseroh Gruppe. Rund 2.000 Mitarbeiter*innen in 10 Ländern Europas wird Interzero nach der vollständigen Neuordnung haben. Das Unternehmen konzentriert sich voll auf die „Circular Economy“ und erwirtschaftet in der jetzigen Struktur einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro.

„Die Gründung von Interzero mit dem Hauptsitz in Köln basiert auf mehr als 30-jähriger Erfahrung unserer Mitarbeitenden und Führungskräfte in der Kreislaufwirtschaft sowie langjährigen Kundenbeziehungen in viele unterschiedlichen Branchen – von der Bauwirtschaft, der Konsumgüterindustrie, dem Lebensmittelhandel bis zu Lebensmittel- und Automobilherstellung“, so Dr. Schweitzer. „Diese breite Aufstellung in Verbindung mit einer starken Orientierung auf digitale Plattformen und damit verbundene Innovationen macht für unsere Kunden den Unterschied. Mit unserer auf Know-how und Prozessdesign zielenden und damit für die Branche neuen Aufstellung haben wir noch viel vor.“.

Klar definierte Kernkompetenzen

Die Unternehmensgruppe besteht aus drei strategischen Säulen:

  • Nachhaltige Kreislauflösungen – analog und digital – sind Aufgabe des Bereichs Interzero Circular Solutions (ICS). Die Expert*innen entwickeln maßgeschneiderte zirkuläre Konzepte mit dem Ziel, Abfälle zu vermeiden oder sie für neue Anwendungen zu nutzen. Das heißt, sie organisieren für Kunden weltweite Rücknahmesysteme von Verpackungen, Produkten und Materialien verschiedenster Art. Entwickeln und betreiben komplette Kreislauflösungen für Unternehmen und bieten umfassende Beratungsleistungen zur Abfallvermeidung im Sinne von Design for Recycling
  • Für umfassende Expertise im Kunststoffrecycling und als Marktführer in Europa steht der Unternehmensbereich Interzero Plastics Recycling (IPR). Als Innovationsführer deckt der Bereich sämtliche Kreislaufprozesse und Technologien ab, von intelligenten Erfassungssystemen über Hightech-Sortieranlagen bis zur Rezyklat-Produktion und dem chemischen Recycling. Dazu gehören fünf Hightech-Sortieranlagen und die Entwicklung und der Betrieb von drei eigenen Recycling- und Produktionsanlagen für die Gewinnung und Vermarktung hochwertiger Recyclingrohstoffe.
  • Verbindendes Element zwischen den beiden genannten Bereichen ist das Duale System Interseroh+. Das innovative Angebot dieser „Recycling-Allianz“ richtet sich an alle Unternehmen, die nicht nur ihre gesetzliche Pflicht zur Verpackungslizenzierung erfüllen wollen, sondern selbst Verantwortung für das Schließen von Recycling- und Rohstoffkreisläufen übernehmen möchten.

Die Digitalisierung der Kreislaufprozesse und die Bereitstellung digitaler Plattformen sowie ein flächendeckendes Netzwerk von Leistungs-, Entsorgungs- und Verwertungspartnern ergänzen das Angebot von Interzero.

Innovation, Forschung und Entwicklung als Service für Kunden

Ein weiteres übergreifendes Element von Interzero sind Innovation und Forschungsleistungen. Das Kompetenzzentrum für Kunststoffrecycling im slowenischen Maribor ist die einzige staatlich akkreditierte Forschungseinrichtung in der EU, die sich auf die Entwicklung und Analyse von Recyclingkunststoffen spezialisiert hat. Das Kompetenzzentrum setzt damit europaweit Maßstäbe bei der Umsetzung einheitlicher Qualitätsstandards und hilft den Kunden von Interzero, umweltfreundliche Verpackungen und Produkte aus Rezyklaten zu entwickeln. In Maribor entstehen Rezepturen für Recyclingkunststoffe mit den vom Kunden gewünschten Eigenschaften. Expert*innen von Interzero untersuchen nicht nur die Materialien und das Design der Verpackungen, sondern beispielweise auch die praktische Sortierfähigkeit. Positive Ergebnisse werden durch das Label „Made for Recycling Interseroh+“ attestiert, dass die Unternehmen als Entscheidungshilfe für die Verbraucher auf ihre Verpackungen aufdrucken dürfen. Diese Testmethode hat Interseroh+ gemeinsam mit dem bifa Umweltinstitut entwickelt, das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV hat sie geprüft und bestätigt.

Starker Rückenwind aus Wirtschaft und Gesellschaft

„Mit unserer neuen Aufstellung sind wir von Interzero der Partner für unsere Kunden, um mit smarten Lösungen Recyclingprozesse zu managen und lineare Strukturen in Rohstoffkreisläufe zu überführen. Unsere Kolleginnen und Kollegen setzen sich mit erstklassigem Know-how und großem Engagement für die Nachhaltigkeitsziele unserer Kunden ein. Wir spüren starken Rückenwind aus Wirtschaft und Gesellschaft für unsere „zero waste solutions“. Das ist eine ausgezeichnete Basis und die richtige Zeit, um unsere Vision einer Welt ohne Abfall konsequent zu verwirklichen,“ so Dr. Schweitzer.

Quelle: Interzero

The European Green Deal - A Green Revolution?

Der Weg zu einer funktionierenden europäischen Kreislaufwirtschaft ist noch weit. Das zeigte sich auf einer EuRIC-Veranstaltung im Rahmen der IFAT 2022, die von EuRIC Policy Direktor Julia Blees eingeleitet und moderiert wurde.

Zwar wird Mattia Pellegrini, Head of Unit "Waste Management & Secondary Materials", DG Environment, European Commission, nicht müde zu betonen, dass erstmals eine EU-Kommission dem Umwelt- und Klimaschutz mit dem Green Deal die Nr. 1-Priorität eingeräumt hat. "Das gab es noch nie und wird es wohl auch nie wieder geben", betonte Pellegrini in München. Andererseits klafft zwischen Theorie, Politik und Praxis noch eine gewaltige Lücke.

...Ganz so euphorisch wie Pellegrini klang Dr. Jaron vom Bundesumweltministerium aus gutem Grund deshalb wohl nicht, aber auch er stellte einen Bewusstseinswandel fest. Während früher die Kreislaufwirtschaft vor allem von der Entsorgungsseite her betrachtet wurde, werde sie nun verstärkt von der Ressourcenseite in den Blick genommen. Dr. Jaron machte mit Blick auf den Titel der Veranstaltung deutlich, dass es nicht darum gehe, eine Revolution in Gang zu setzen, sondern warb für einen evolutionären Prozess.

Ein großes Problem sei nach wie vor, dass es zwar einen gemeinsamen Markt in der Europäischen Union gebe, aber faktisch kein level playing field. Das bedeutet, dass die Wettbewerbsbedingungen und eben auch die Umweltregularien in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union noch sehr stark voneinander abweichen. Es sei deshalb jetzt an der Zeit, in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union vergleichbare rechtliche Bedingungen zu implementieren und zu vollziehen.

Ähnlich argumentierte auch EuRIC-Chef Emmanuel Katrakis, der sich aber auch sehr deutlich gegen ein von der EU geplantes Exportverbot für Sekundärrohstoffe aussprach. Er formulierte eine klare Botschaft an Mattia Pellegrini: Der faire und freie Handel mit aufbereiteten Rohstoffen müsse auch von der Politik flankiert werden.

bvse-Präsidiumsmitglied Sebastian Will ergänzte aus der Sicht eines mittelständischen Unternehmers: "Freier und fairer Warenverkehr ist essenziell für die globale Kreislaufwirtschaft und ein zentraler Eckpfeiler der europäischen Idee. Hierzu gehören insbesondere die Unterscheidung nach Stoffströmen bei der Novellierung der Abfallverbringungsverordnung und die gleichmäßige Umsetzung/Vollzug europäischen Rechts in den Mitgliedsländern. Wird der freie Warenverkehr innerhalb der EU und mit Drittländern behindert, schadet dies dem gesamtgesellschaftlichen Wohlstand und damit auch den Anstrengungen zur CO2-Reduktion."

Nicht zuletzt wegen der vor allem auf Betreiben der europäischen Stahlindustrie vorangetriebenen und durch den Green Deal begünstigten Verunmöglichung des Exportes von Metallschrotten, besteht Sebastian Will auf der Forderung nach Recycled Content – sprich einer verbindlichen und hohen Einsatzquote von Sekundärrohstoffen in der Produktion von neuen Gütern und einem wirksamen Grenzausgleichsmechanismus (CBAM). Hierbei handelt es sich nach Ansicht des bvse und EuRIC um einen effektiven und effizienten marktwirtschaftlichen Ansatz zur CO2-Reduzierung. Weiterhin fordern die Recyclingverbände, laut Will, das dieses derzeit nur eine bestimmte Gruppe bevorzugende System der freien Zertifikatzuteilungen möglichst zügig zu beenden und der Recyclingwirtschaft durch Zugang zum ETS endlich den Stellenwert im System der Emissionsvermeidung zu gewähren, der Ihr durch Ihre Arbeit zusteht. Das bvse-Präsidiumsmitglied sprach den Kommissionsvertreter direkt an als er mit Nachdruck einen fairen und ungehinderten Zugang der KMU zu den vorgesehenen zusätzlichen Zertifizierungen der Abnehmer in Drittländern forderte. "Es kann und darf nicht sein, dass Konzerne hier indirekt durch ein kompliziertes, langwieriges und teures System bevorzugt werden", sagte Will.

Murat Bayram von EMR European Metal Recycling GmbH betonte, dass aus seiner Sicht ein starkes Recycling in Europa nur mit einem offenen weltweiten Markt einhergehen könne. "Wir brauchen die europäischen und globalen Kapazitäten, um unsere Metalle aus dem Recycling bestmöglich zu vermarkten. Jede zusätzliche Tonne Einsatz von unseren Rohstoffen spart Energie und somit CO2", so das VDM-Vorstandsmitglied.

Quelle: bvse


Asphalt

Antragsstellung für klimafreundliche Nutzfahrzeuge ab 29.06.2022 möglich

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) hat heute den zweiten Förderaufruf im Rahmen der Richtlinie über die Förderung von Nutzfahrzeugen mit alternativen, klimaschonenden Antrieben und dazugehöriger Tank- und Ladeinfrastruktur (KsNI) veröffentlicht. Ergänzt wird die zweite Runde des erfolgreichen Förderprogramms durch einen zusätzlichen Aufruf für Sonderfahrzeuge und Infrastruktur. Die Antragsstellung wird für beide Aufrufe ab dem 29.06.2022 möglich sein. Ferner besteht bei diesen Förderaufrufen die Möglichkeit, Wasserstoffinfrastruktur zu beantragen.

...Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr:

„Nach dem ersten Förderaufruf mit rund 2.000 beantragten klimafreundlichen Nutzfahrzeugen aller Klassen und Antriebstechnologien schreiben wir diese Erfolgsgeschichte mit dem zweiten Förderaufruf sowie mit einem zusätzlichen Aufruf für Sonderfahrzeuge und Infrastruktur fort. Mit den bereitgestellten Mitteln unterstützen wir die Branche dabei, Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen und Emissionen im Straßengüterverkehr zu senken.“

Nach der Genehmigung durch die Europäische Kommission steht für batterie-, brennstoffzellen- und (Oberleitungs-) hybridelektrische Fahrzeuge entsprechende Tank- und Ladeinfrastruktur sowie Machbarkeitsstudien ein attraktives Förderprogramm bereit.

Im zweiten Förderaufruf sowie dem zusätzlichen Aufruf speziell für Sonderfahrzeuge werden konkret jeweils drei Elemente gefördert:

  • Förderung der Anschaffung von neuen alternativen, klimaschonenden Nutzfahrzeugen der EG-Fahrzeugklassen N1, N2 und N3 sowie auf alternative Antriebe umgerüsteter Nutzfahrzeuge der EG-Fahrzeugklassen N2 und N3 in Höhe von 80 Prozent der Investitionsmehrausgaben im Vergleich zu einem konventionellen Dieselfahrzeug.
  • Förderung der für den Betrieb der klimafreundlichen Nutzfahrzeuge erforderlichen Tank- und Ladeinfrastruktur in Höhe von 80 Prozent der zuwendungsfähigen projektbezogenen Gesamtausgaben.
  • Förderung der Erstellung von Machbarkeitsstudien zu Einsatzmöglichkeiten von klimafreundlichen Nutzfahrzeugen sowie der Errichtung bzw. Erweiterung entsprechender Infrastruktur in Höhe von 50 Prozent der zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben.

Bis zum Jahr 2024 stellt das BMDV insgesamt circa 1,6 Milliarden Euro für die Förderung der Anschaffung klimafreundlicher Nutzfahrzeuge sowie circa 5 Milliarden Euro für den Aufbau der Tank- und Ladeinfrastruktur (Pkw und Lkw) bereit. Neben weiteren Maßnahmen des BMDV zur Förderung der Elektromobilität wird auch die neue Förderrichtlinie aus diesen Titeln gespeist.

Nähere Details der Förderung regeln der Richtlinientext sowie der zweite Förderaufruf und der Sonderaufruf vom 15.06.2022, abrufbar auf der Website der Bewilligungsbehörde Bundesamt für Güterverkehr (BAG) sowie auf www.klimafreundliche-nutzfahrzeuge.de

Die Antragsstellung wird für beide Aufrufe ab dem 29.06.2022 möglich sein. Zusätzlich besteht bei diesen Förderaufrufen die Möglichkeit, Wasserstofftankinfrastruktur zu beantragen.

Um offene Fragen zur Antragsstellung zu klären, wird es am 27.06.2022 um 14 Uhr ein Webinar, durchgeführt vom BAG, BMDV sowie der NOW, geben.

Quelle: BMVI

MOSAik:D-Projekt vollendet: Mehr Sicherheit für Baustellenpersonal

Wie können der Schutz von Betriebspersonal und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden im Bereich von Tagesbaustellen weiter verbessert werden? Diese Frage stand in den vergangenen 28 Monaten im Mittelpunkt des Projektes „MOSAik:D“ (M2M-gestützte Optimierung der Sicherheit in Arbeitsstellen kürzerer Dauer).

Die Autobahn GmbH hat das Projekt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, dass das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert hat, gemeinsam mit der Fachhochschule Erfurt und der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden bei der Abschlussveranstaltung am 7. April 2022 in der Verkehrszentrale Deutschland in Frankfurt am Main präsentiert.

...Zur Absicherung des Betriebspersonals werden auf Autobahnen fahrbare Absperrtafeln eingesetzt. Zudem grenzen tagsüber Leitkegel und bei Nacht Warnbaken die Arbeitsbereiche entlang der Fahrbahnen ab. Trotz dieser wichtigen und bewährten Sicherheitsmaßnahmen ist das Baustellenpersonal Gefahren ausgesetzt, insbesondere dann, wenn es sich beispielsweise unbeabsichtigt dem Bereich des fließenden Verkehrs nähert. An dieser Stelle setzt das Projekt an: Durch die Kombination moderner Kommunikations- und Ortungsmethoden soll das Baustellenpersonal vor einem unbeabsichtigten Betreten des Verkehrsraums gewarnt werden. Zugleich kann die Technologie genutzt werden, um entsprechende Warnhinweise an sich annähernde Fahrzeuge zu übertragen.

Professor Gerd Riegelhuth, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsmanagement, Betrieb und Verkehr der Autobahn GmbH: „Die Möglichkeiten innovativer Kommunikationsverfahren zwischen Infrastruktur, Personen und Fahrzeugen bieten großes Potenzial für die Erhöhung der Sicherheit in Baustellen, sowohl für das Baustellenpersonal als auch für den fließenden Verkehr.“ Das Projekt MOSAik:D sei somit ein wichtiger Baustein im Rahmen der C-ITS (Cooperative Intelligent Transport Systems)-Strategie der Autobahn GmbH und ein zukunftsweisender Schritt in Richtung der Vision Zero im Straßenverkehr.

Ein erster C-ITS-Dienst wurde mit der Baustellenwarnung bereits vor einem Jahr von der Autobahn GmbH eingeführt. Das in MOSAik:D entwickelte System baut darauf auf und ergänzt diesen.

Im Rahmen des Projektes wurden die technischen Komponenten entwickelt, anschließend auf einem Versuchsgelände erprobt und im Realbetrieb getestet. Während der Abschlusspräsentation konnten sich die Besucherinnen und Besucher bei einer Demonstration des Systems, das nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf Landstraßen eingesetzt werden kann, von dessen Funktionsfähigkeit überzeugen.

Quelle: Autobahn GmbH; Bildquelle: pixabay


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