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Das STV-News-Channel-Archiv

In unserem STV-News-Channel-Archiv können Sie alle Meldungen der Vorwoche noch einmal nachlesen:


Meldungen der Woche

Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe ergebnislos abgebrochen

Die Lohn- und Gehaltsverhandlungen für die rund 850.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe wurden nach drei Verhandlungsrunden ergebnislos abgebrochen. „Dass die Gewerkschaft die Entwicklung der baukonjunkturellen Lage in keinster Weise anerkennt und die Branche für Corona-immun hält, machte eine Einigung unmöglich. Der Ball liegt daher nun im Feld der IG BAU“, erklärte Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB).

...Es war durch das beharrliche Festhalten der Arbeitnehmerseite an ihren Forderungen zur Wegezeitenvergütung in mehreren Gesprächsrunden nicht möglich, zu einer Annäherung zu kommen. Seit Jahrzehnten bestehen branchenspezifische Lösungen, durch die die Fahrt- und Wegezeiten berücksichtigt und vergütet werden. Die tariflichen Regelungen hierzu haben sich in der Praxis bewährt.

Jutta Beeke, Vizepräsidentin des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) und Co-Vorsitzende der Verhandlungskommission der Arbeitgeber, fügte hinzu: „Wir bedauern, dass die Gewerkschaft unser Signal für eine tarifliche Corona-Zahlung nicht für einen intensiveren Austausch in der dritten Verhandlungsrunde genutzt hat. Für uns ist klar, dass wir weiter Lösungen in dieser schwierigen Situation suchen werden.“

Quelle: HDB, ZDB/ Bildquelle: Handelsblatt, Foto: dpa

Corona-Krise bremst Konjunkturentwicklung deutlich

„Die Zahlen sind eindeutig: Das Coronavirus hinterlässt seine Spuren in der Baubranche. Der Rückgang der Auftragseingänge im April um real -5,3 Prozent ist alarmierend und dämpft die Erwartungen an das zweite Halbjahr erheblich.“ So kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Konjunkturdaten für das Bauhauptgewerbe. Diese umfassen den Berichtszeitraum April 2020 und gelten für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten.

...Dabei hat im April besonders der Orderzugang im anteilsstarken Hochbau gelitten; (nominal -10 Prozent).  Betroffen sind vor allen Dingen der Wohnungsbau (ca. -12 Prozent) und der Gewerbehochbau (ca. -9 Prozent). Aus dem öffentlichen Hochbau gehen seit drei Monaten weniger Aufträge ein.

„Zu Beginn der Corona-Krise haben die Unternehmen gemeinsam mit ihren Beschäftigten den Baubetrieb unter großen Anstrengungen aufrechterhalten. Nun wird mehr und mehr sichtbar, dass der Branche der pandemiebedingte Einbruch noch bevorsteht“, so Pakleppa weiter.

Da im Monat April bestehende Auftragsbestände abgearbeitet werden konnten, zeichnen die Daten zur Umsatzentwicklung erwartungsgemäß ein besseres Bild. Allerdings wird auch hier ein Tempoverlust erkennbar. Lagen die Zuwachsraten in den ersten drei Monaten des Jahres noch zwischen 11 Prozent und 14 Prozent, waren es im April noch +3,7 Prozent.

„Es wird deutlich: Damit die Baubranche, die in unserem Land so lange die Konjunkturlokomotive gewesen ist, schnell wieder Fahrt aufnehmen kann, brauchen wir jetzt entschlossenes Handeln seitens der vergebenden Stellen. Insbesondere die Kommunen als wichtigster öffentlicher Auftraggeber sind hier gefordert. Auch sollte nochmals geprüft werden, ob in dieser Situation ein bürokratisches Ungestüm wie die temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer hilfreich ist“, erklärte Pakleppa abschließend.

Quelle: ZDB


Mineralische Rohstoffe

Neue Studie belegt: Der Bauindustrie geht der Kies aus

2016 traten erstmals in Hamburg, im Folgejahr dann auch im Ruhrgebiet Versorgungsengpässe bei Baurohstoffen für den Straßenbau auf. Diese weiteten sich im Jahr 2018 auf den Hochbau im Ruhrgebiet sowie in die Großräume Mannheim-Karlsruhe und Berlin/Potsdam aus. Mittlerweile werden auch in anderen Regionen, so z. B. in Teilen Niedersachsens und Bayerns, Aufträge für größere Baumaßnahmen nicht mehr angenommen, Stammkunden vorrangig versorgt und Kiesmengen nach Verfügbarkeit zugeteilt.

...Kies ist der wichtigste heimische Baurohstoff. Während Sand in Deutschland fast überall in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, ist die Versorgungssituation bei Kies deutlich angespannter. Das ist das Ergebnis einer neuen Kurzstudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). „Die Situation wird sich deutschlandweit weiter verschärfen, da die Ursachen fortbestehen“, so der Hauptautor der Studie, Dr. Harald Elsner.

Kies ist aus geologischen Gründen seltener als Sand, der Bedarf aber weitaus höher. Kies wird vor allem für die Betonproduktion benötigt. Bei allen Baurohstoffen, insbesondere aber bei Kies und auch gebrochenen Natursteinen (Schotter, Splitt) gibt es bereits seit einiger Zeit Versorgungsengpässe.

Die Hintergründe hierfür sind vielfältig. Seit Jahren werden jedoch genehmigungsfähige Flächen für die Rohstoffgewinnung nicht in genügender Zahl und zudem nur sehr schleppend bereitgestellt. In mehreren Regionen Deutschlands läuft in den nächsten Jahren die Produktion in bedeutenden Kiessand-Lagerstätten aus. Ersatzflächen werden jedoch von den zuständigen Regionalplanungsbehörden nicht in notwendigem Maße ausgewiesen, stattdessen anders überplant sowie laufende Genehmigungsverfahren vor allem auf kommunaler Ebene abgelehnt.

Ein Großteil der Sand-, Kies- und Natursteinvorkommen Deutschlands kann durch konkurrierende Nutzungen wie nationale und europäische Wasser-, Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie überbaute Flächen nicht für eine Gewinnung genutzt werden.

Ein weiteres und in der Bedeutung zunehmendes Hindernis für eine ausreichende Versorgung mit Baurohstoffen, so die Studie, resultiert aus der Entwicklung auf dem Grundstücksmarkt. In Zeiten niedriger Zinsen lohnt es sich für Landwirte nicht, ihre Flächen zu verkaufen oder zu verpachten.

Eine verbrauchernahe Versorgung durch zahlreiche Gewinnungsstellen schafft jedoch nicht nur Versorgungssicherheit. Kommt Kies zukünftig nur noch aus wenigen Abbaustellen, führt dies auch zu einer höheren Belastung für die dort lebende Bevölkerung und die Umwelt, zu höheren Preisen aufgrund der Transportentfernung sowie einer beschleunigten Auskiesung der wenigen genehmigten Abbauflächen.

Hier gelangen Sie direkt zur Studie.

Quelle: Bayerischer Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden e.V.

Metso Outotec ist an den Start gegangen

Der Zusammenschluss von Metso Minerals und Outotec ist am 1.7.2020 vollzogen worden. Das neue Unternehmen, Metso Outotec, wurde gestern gegründet. Gleichzeitig ist Metso Flow Control ein getrennt geführtes, unabhängiges Unternehmen geworden und startet unter dem Firmennamen Neles in die Zukunft.

...Über Metso Outotec

Metso Outotec ist auf dem Gebiet nachhaltiger Technologien, ganzheitlicher Lösungen und Serviceleistungen für die weltweite Industrie der Zuschlagstoffe, Mineralverarbeitung, Metallveredelung und die Recyclingindustrie tätig. Die Hauptniederlassung von Metso Outotec befindet sich in Helsinki, Finnland. Weltweit beschäftigt das Unternehmen über 15.000 Mitarbeiter in mehr als 50 Ländern.

Die Firma Metso ist ein internationaler Technologiekonzern mit Sitz in Finnland, der in der Bergbau-, Bau-, Papier- und Erdölindustrie tätig ist. Metso besteht aus drei Segmenten: Mining and Construction (Bergbau und Bauausführung), Automation and Pulp, Paper and Power.

Outotec ist ein finnisches Unternehmen mit Firmensitz in Espoo. Es bietet Technologien und Dienstleistungen für metall- und mineralverarbeitende Industrien und ist weltweit in über 20 Ländern vertreten

Durch den Zusammenschluss entsteht ein Unternehmen mit 15.000 Mitarbeitern in mehr als 50 Ländern.

Lesen Sie mehr unter www.mogroup.com/news.

Quelle: Metso Corporation

Förderpreis der Stiftung Steine - Erden - Bergbau und Umwelt ausgeschrieben

Die Stiftung Steine-Erden-Bergbau und Umwelt lobt zum 14. Mal den Förderpreis für außerordentliche Leistungen auf dem Gebiet Steine- und Erden-Rohstoffe und Umweltschutz aus. Noch bis Ende Dezember können junge Wissenschaftler, Forscher und Studenten sowie Unternehmen, Institutionen, Behörden, Privatpersonen oder Vereine ihre Beiträge einreichen. Es werden bis zu drei Preise vergeben, die insgesamt mit bis zu 7.000 Euro dotiert sein können.

...Ökologische, wirtschaftliche und technische Aspekte sollen in den eingereichten Arbeiten untersucht werden. Dazu gehören eine umweltverträgliche und wirtschaftliche Rohstoffversorgung, inklusive der Rohstoffvorsorge und des Schutzes natürlicher Ressourcen. Aber auch Fragen der Regionalplanung sowie der Gestaltung und Renaturierung vom Bergbau betroffener Gebiete stellen mögliche Themen dar. Die Arbeiten können dabei auch Teilfragen behandeln. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2020

Die vollständigen Ausschreibungsinformationen finden Sie hier.

Quelle: Unternehmerverband Mineralische Baustoffe (UVMB) e.V.


Recycling

Bundeskabinett beschließt Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik

Die Bundesregierung hat eine Verordnung zum Verbot von Einwegkunststoff-Produkten auf den Weg gebracht. Künftig sollen bestimmte Plastikprodukte verboten sein, für die es bereits umweltfreundliche Alternativen gibt. Das Verbot betrifft Wegwerfprodukte wie Einmalbesteck und -teller, Trinkhalme, Rührstäbchen, Wattestäbchen und Luftballonstäbe aus Plastik. Auch To-Go-Lebensmittelbehälter und Getränkebecher aus Styropor sollen nicht mehr auf den Markt kommen. Verboten sind außerdem alle Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff, der sich in besonders schwer zu entsorgende Mikropartikel zersetzt, aber nicht weiter abbaut. Die Verordnung leistet einen wichtigen Beitrag gegen die Vermüllung der Umwelt und dient dem Schutz der Meere.

...Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Viele Einwegprodukte aus Kunststoff sind überflüssig und kein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen. Dazu kommt: Viel zu oft enden Kunststoffe in der Umwelt oder den Meeren. Es ist gut, dass wir uns in Europa auf ein gemeinsames Vorgehen gegen überflüssiges Einweg-Plastik geeinigt haben. Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss gehen wir einen wichtigen nationalen Umsetzungsschritt im Kampf gegen die Plastikflut. Ich bin mir sicher: Dieses Verbot wird schon bald zu besseren, innovativen und umweltfreundlichen Produkten und Lösungen führen. Vor allem Mehrweg ist aus Umweltsicht das Mittel der Wahl. Denn wir müssen weg kommen von der Wegwerfkultur."

Die nun verbotenen Produkte gehören laut EU-Kommission zu den am häufigsten an europäischen Stränden gefundenen Plastikgegenständen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schätzt, dass sie rund zehn bis zwanzig Prozent des Abfalls aus Parks, öffentlichen Plätzen und Straßen ausmachen. Den größten Anteil daran haben To-Go-Verpackungen für Lebensmittel und Getränke aus expandiertem Polystyrol (Styropor).

Einwegkunststoffprodukte können in vielen Fällen durch umweltfreundlichere Mehrweglösungen ersetzt werden. To-Go-Becher oder To-Go-Lebensmittelbehälter aus Metall oder Kunststoff sowie abwaschbare Trinkhalme aus Glas finden immer mehr Verbreitung. Auf vielen Volksfesten hat sich bereits Mehrweggeschirr fest etabliert. Wegwerfprodukte wie Wattestäbchen können aus nachhaltigerem Material hergestellt werden.

Die neue Verordnung dient der Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie in nationales Recht. Das Verbot soll am 3. Juli 2021 europaweit in Kraft treten. Der Abverkauf von bereits bestehenden Lagerbeständen – die nicht zuletzt auch durch die Covid 19 Pandemie entstanden sind – bleibt zulässig, um eine gebrauchslose Vernichtung der Einwegprodukte zu vermeiden. Die Verordnung wird nunmehr im Bundestag behandelt und bedarf anschließend der Zustimmung im Bundesrat.

Quelle: BMU

Neue Leiter der Bereiche Technik und Service bei der Vecoplan AG

Zwei Bereiche bei der Vecoplan AG stehen zukünftig unter neuer Führung: Seit Anfang Juni verantwortet Andreas Jung als Technischer Leiter die Supply Chain und zur Monatsmitte hat Jochen Pfeil den Geschäftsbereich Service übernommen.

...Die Abteilungen Einkauf, Elektrotechnik, Produktentwicklung, Produktmanagement, Produktion und Qualität berichten seit dem 1. Juni an Andreas Jung (54). Er ist ein neues Gesicht bei Vecoplan und verantwortet als Technischer Leiter die Supply Chain. Nach seiner Ausbildung zum Maschinenbautechniker bildete er sich weiter und absolvierte danach ein Maschinenbaustudium. Anschließend war Jung bei zwei Maschinenbauern als Technischer Leiter beziehungsweise Betriebsleiter maßgeblich für die Erfolge der Unternehmen im In- und Ausland mitverantwortlich. Bis April dieses Jahres leitete er die Gesamtfertigung bei einem international agierenden Sondermaschinenbauer im Bereich Automation.

Auch der Geschäftsbereich Service hat seit dem 15. Juni einen neuen Gesamtleiter: Jochen Pfeil (53) ist seit beinahe 30 Jahren in verschiedenen Funktionen bei Vecoplan tätig und verfügt über fundierte Produktkenntnisse sowie umfassendes Marktwissen. Pfeil konnte als staatlich geprüfter Maschinenbautechniker und Projektleiter umfangreiche Erfahrung sammeln und leitete ab 2010 die Abteilungen Montage, Inbetriebnahme und Fieldservice. Er folgt somit Markus Claudy als Geschäftsbereichsleiter nach, der Vecoplan nach fünfeinhalb Jahren verlässt.

Mit Übernahme ihrer neuen Positionen werden Andreas Jung und Jochen Pfeil auch in die Geschäftsleitung berufen. „Mit dem neuen Leitungsduo konnten wir zwei international erfahrene und anerkannte Fachleute für die Supply Chain und den Service gewinnen“, freut sich Werner Berens, Vorstand (CEO) der Vecoplan AG. „Damit sind wir auch in Zukunft bestens für alle Herausforderungen gerüstet“, ergänzt sein Vorstandskollege Michael Lambert (CFO).

Quelle: Vecoplan AG

Asphalt

Fördermöglichkeiten für Asphaltmischanlagen

Mit dem Förderprogramm „Energieeffizienz in der Wirtschaft“ bietet der Bund eine vielseitig und flexibel einsetzbare Möglichkeit zur Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen jeder Größenordnung. Wir berichten darüber, wie die der Gicon – Großmann Ingenieuer Consult GmbH in den vergangenen Monaten eine Vielzahl an Förderanträgen aus der Asphalt-Branche begleitet haben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Programm bestens für die Umsetzung von Modernisierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen an Asphaltmischanlagen geeignet ist. Informieren Sie sich über Ihre Möglichkeiten…

Weiterlesen unter: https://webkiosk.stein-verlaggmbh.de/as-04-20/63573874/12

Quelle: asphalt 4-2020

Gericht weist Klage gegen A49-Planung ab

Hat das Land Hessen bei der Planung des Weiterbaus der A49 gegen wichtige Wasserschutzrechte verstoßen? Naturschützer waren vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gezogen, um diese Frage klären zu lassen. Die Richter wiesen die Klage nun ab – auch wenn sie einen Rechtsfehler bemängelten.

...„Das Bundesverwaltungsgericht hatte in der mündlichen Verhandlung einen Rechtsfehler erkannt, die Klage des BUND Hessen in seinem Urteil aber dennoch abgewiesen. Wir sind tief enttäuscht und werden uns morgen mit einer Pressemitteilung äußern“, hieß es in einer knappen Erklärung der Umweltschützer am Abend.

Bei der Verhandlung ging es um den Lückenschluss der Autobahn zwischen Neuental im Schwalm-Eder-Kreis und Gemünden im Vogelsberg. Seit vielen Jahren wird der Weiterbau des A49 geplant und seit genau so vielen Jahren gibt es Streit zwischen Befürwortern und Gegnern des Projekts. Im aktuellen Kapitel des Disputs geht es um ein Naturschutzgebiet im Dannenröder Wald, durch das die Autobahn führen soll – und um den Schutz des Wassers dort, für den sich verschiedene Naturschutzverbände und Initiativen einsetzen, so wie der BUND, der mit einer Privatperson zusammen gegen den Weiterbau geklagt hat.

43 Kilometer lang ist der Lückenschluss zwischen dem derzeitigen Autobahnende bei Neuental im Schwalm-Eder-Kreis und dem geplanten Anschluss zur A5 bei Gemünden. Die Naturschützer warfen dem Land Hessen vor, in seinen Planungen für den 17,45 Kilometer langen Teilabschnitt bei Kirtorf und Homberg Ohm – der genau durch den Dannenröder Wald geht – gegen geltendes EU-Wasserrecht zu verstoßen. Die Deges, also die Gesellschaft, die für den Bau der Autobahn zuständig ist, sagt hingegen, es gebe eine Reihe von Schutzmaßnahmen, damit die Wasserqualität nicht leide.

Konkret ging es bei dem Verfahren unter anderem um die Frage, ob Oberflächenwasser von der Autobahn in die „Klein-Bach“ geleitet werden dürfte. Die Deges sagt Ja, es gebe beispielsweise ein Regenrückhaltebecken, in dem das anfallende Wasser vorher gereinigt werde, auch auslaufende Kraftstoffe würden aufgefangen. Die Naturschützer stören sich zudem daran, dass die tiefen Bohrungen Trennschichten beschädigen würden, die das Grundwasser schützen. Der BUND hatte argumentiert, die geplante Trasse gefährde den am stärksten genutzten Trinkwasserkörper in ganz Hessen, mit dem rund 500.000 Menschen bis in das Rhein-Main-Gebiet mit Trinkwasser versorgt würden.

Die Richter wiesen die Klage nun ab. Das Gericht hatte zuvor einen Vergleichsvorschlag vorgelegt, welches die Naturschützer eigener Aussage nach bereit waren, anzunehmen. Das Land Hessen lehnte jedoch ab. Der Vorschlag sah vor, dass ein sogenannter wasserrechtlicher Fachbeitrag erstellt werden sollte, ohne dass das Projekt ausgesetzt werden müsse.

Zwar stellten die Richter Fehler im Planfeststellungsbeschluss hinsichtlich der wasserrechtlichen Prüfung mit einer EU-Richtlinie fest, dies führt jedoch in ihren Augen nicht dazu, dass der Beschluss komplett nichtig sei. In einer Pressemitteilung des Gerichts zum Urteil heißt es ausführlich zur Begründung, der Beschluss enthalte zwar „umfangreiche Untersuchungen insbesondere zur Straßenentwässerung und zum Trinkwasserschutz. Es fehlt aber eine Prüfung anhand der speziellen Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie. Dieser Fehler führt jedoch nicht dazu, dass der bestandskräftige und durch das Bundesverwaltungsgericht seinerzeit rechtskräftig bestätigte Planfeststellungsbeschluss nunmehr wieder in Frage gestellt werden müsste.“ Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), das eine Prüfung anhand der Wasserrahmenrichtlinien in solchen Fällen vorschreibt, fiel drei Jahre nach dem Planfeststellungsbeschluss.

Die Richter schreiben über diesen Beschluss weiter: „Insbesondere ist eine Aussetzung seiner Vollziehung zur Durchführung eines ergänzenden Verfahrens nicht erforderlich. Denn die flexiblen Regeln des deutschen Wasserhaushaltsgesetzes bieten ausreichende Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass das Vorhaben nicht dauerhaft im Widerspruch zu den wasserrechtlichen Vorgaben des Unionsrecht stehen. Gegebenenfalls können erforderliche Schutzmaßnahmen nachträglich angeordnet und die rechtlich selbständigen wasserrechtlichen Erlaubnisse angepasst oder sogar widerrufen werden.“

Der BUND hatte 2014 schon ein Mal gegen die Planung geklagt. Die Richter machten deutlich, dass sie sich auch nach dem später erfolgten EuGH-Urteil an ihre frühere Entscheidung gebunden sehen. Die Rechtskraftwirkung dieses Urteils bindet sowohl das Gericht als auch die Behörde und ist nicht so ohne weiteres zu durchbrechen“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Bier.

Retten wollte der Naturschutzbund auch die teils über 250 Jahre alten Waldbestände im Dannenröder Forst und im Herrenwald bei Stadtallendorf. Wegen der drohenden Rodung haben im vergangenen Jahr Aktivisten den Dannenröder Wald besetzt, um die geplanten Arbeiten zu stoppen. Solche alten Wälder seien die Heimat vieler Tausend Tier- und Pflanzenarten und bilden eine wertvolle Lebensgemeinschaft. Der Schaden, den eine Autobahn in diesen Gebieten anrichten würde, geht laut BUND weit über die unmittelbare Rodungsfläche hinaus.

„Wir wollen diesen Planungsdinosaurier stoppen. Nötig ist eine echte Verkehrswende, um den Klimaschutz voranzubringen. Der Bau einer neuen, zusätzlichen Autobahn zementiert die aktuelle Autopolitik und verhindert damit die Verkehrswende“, sagte Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen, vor der Verhandlung. Bereits seit 1995 ist der Naturschutzbund gegen den Bau der A49 aktiv.

Neben der Frage des Wasserschutzes waren auch drei Landwirte vor das Gericht gezogen. Sie fürchteten, vereinfacht gesagt, durch die jetzigen Planungen enteignet zu werden. Das Urteil in dieser Sache soll am 2. Juli verkündet werden. Vor dem Gericht hatten sich einige Gegner der Autobahn versammelt, um für ihre Sache zu demonstrieren.

Der BUND hatte angekündigt, im Falle eine Niederlage mögliche weitere Klagen von Privatleuten zu prüfen. Auch eine mögliche erneute Beschäftigung des EuGH mit der Sache stand vor der Urteilsverkündung als zu prüfende, eventuelle Möglichkeit im Raum. Der EuGH hatte erst Ende Mai die europäische Wasserrahmenrichtlinie gestärkt. Geplant war bislang, mit dem Bau des strittigen Teilabschnitts noch in diesem Jahr zu beginnen. Dieses Ziel, so sieht es aus, könnte nun wahrscheinlicher geworden sein.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte dem hr zufolge nach Bekanntwerden des Urteils: „Der Ausbau der A49 wurde erneut höchstrichterlich bestätigt. Gleichwohl werden wir ein weiteres wasserrechtliches Fachgutachten erstellen lassen.“

Quelle: oberhessen-live.de


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