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Das STV-News-Channel-Archiv

In unserem STV-News-Channel-Archiv können Sie alle Meldungen der Vorwoche noch einmal nachlesen:


Meldungen der Woche

Tarifverhandlungen in der Bauwirtschaft in der 2. Schlichtungsrunde erfolgreich beendet

Die Tarifverhandlungen für die rund 900.000 Beschäftigten sind vergangenen Freitag beendet worden. Unter der Moderation des Schlichters, Prof. Rainer Schlegel, verständigten sich die Tarifvertragsparteien auf ein Tarifpaket mit einer Laufzeit von 33 Monaten. Dieses sieht für die Beschäftigten im Westen Lohnerhöhungen in drei Schritten vor, und zwar 2 % zum 1. November, 2,2 % zum 1. April 2022 und noch einmal 2 % zum 1. April 2023. Für die Monate Juli bis Oktober 2021 wird eine Coronazahlung in Höhe von 500 Euro gewährt.

Die Beschäftigten im Osten erhalten ab dem 1. November 2021 3,0 % mehr Lohn sowie eine Coronazahlung in Höhe von 220 Euro; ab dem 1. April 2022 erhöhen sich die Löhne um 2,8 % und ab dem 1. April 2023 um 2,7 %. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten im Westen Einmalzahlungen in Höhe von 400 Euro zum 1. April 2022 und 450 Euro zum 1. April 2023.

Darüber hinaus wurde eine stufenweise Erhöhung der Ausbildungsvergütungen vereinbart. Auch für die von der IG BAU geforderte Wegestreckenentschädigung wurden pauschale nach Kilometern gestaffelte Beträge vorgesehen.

...Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, erklärte zu dem Tarifpaket: „Wir hatten langwierige und schwierige Verhandlungen mit einer komplizierten und zum Teil auch neuen Materie. Wir haben uns bewusst für einen Tarifvorschlag in freien Verhandlungen entschieden, damit die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung bei den Mitgliedsverbänden liegt.“

Jutta Beeke, Vizepräsidentin des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie ergänzte: „Es ist uns gelungen, ein umfangreiches Paket zu verhandeln und zu einem Ergebnis zu bringen, welches mit einer langen Laufzeit für Planungssicherheit in den Unternehmen sorgen kann.“

Die Tarifvertragsparteien haben nun 14 Tage Zeit, dem Tarifvorschlag zuzustimmen.

Quelle: ZDB, Bildquelle: B-I-Medien

Preise für den Wohnungsneubau im August um 12,6 % gestiegen

„Der deutliche Anstieg der Preise für den Neubau von Wohngebäuden im August 2021 von 12,6 % binnen Jahresfrist ist das Ergebnis der stark gestiegenen Baumaterialpreise. Für die Unternehmen bedeutet dies aber keine Ergebnissteigerung“, kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die vom Statistischen Bundesamt jüngst veröffentlichten Baupreisindizes. „Hinzu kommt ein Basiseffekt durch die befristete MwSt.-Senkung im 2. Halbjahr 2020. Aber auch ohne diesen Effekt hätte der Preisanstieg bei 9,7 % gelegen.“ Im Vergleich zu Mai dieses Jahres und somit innerhalb von drei Monaten seien die Preise um 3,5 % gestiegen.

...Dies sei aber nicht verwunderlich, schließlich hätten die Preise der für den Bau notwendigen Materialien in kürzester Zeit aufgrund deutlich gestiegener Nachfrage bei gleichzeitiger Knappheit stark angezogen. So hätte der Erzeugerpreisindex für Bauholz im August um 120 % über dem Vorjahresniveau gelegen – und hier sei die MwSt. noch nicht einmal enthalten. Entsprechend sei der Preis für Zimmer- und Holzbauarbeiten im gleichen Zeitraum um 46,5 % gestiegen. „Die Bauunternehmen können die gestiegenen Materialkosten – auch angesichts der im Vergleich zu anderen Branchen niedrigen Umsatzrendite am Bau – nicht allein schultern. Diese müssen bei neuen Projekten eingepreist werden“, so Müller. Schließlich würden die Unternehmen bei schon bestehenden Verträgen größtenteils auf den gestiegenen Kosten sitzen bleiben, sofern keine Stoffpreisgleitung vereinbart wurde. „Nicht nur die Holzpreise sind explodiert, auch der Preis für Betonstahl hat deutlich angezogen, und zwar um 87 %“, erläuterte Müller die angespannte Situation. „Es verwundert somit nicht, dass auch der Neubaupreis für Straßenbrücken um knapp 13 % gestiegen ist.“

Müller: „Angesichts dieser Preissteigerungen betrachten wir die aktuelle Prognose des DIW für Preise aller Bauleistungen von 7,1 % für das Gesamtjahr 2021 als realistisch. Die Prognose von 5,6 % für 2022 erscheint uns aber deutlich zu hoch. Zum einen gehen wir davon aus, dass sich die Lieferengpässe und somit die Preissteigerungen bei Baumaterialien Anfang kommenden Jahres beruhigen werden und zum anderen wird der Basiseffekt 2022 dämpfend wirken.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.

Quelle: HDB



Mineralische Rohstoffe

Die Biodiversitätsdatenbank ist da

Nachdem MIRO bereits im Laufe des Jahres von der neuen bbs-Webseite „Biodiversität sichern“ berichtete, auf der verschiedene Natur- und Artenschutzprojekte der Stein-Erden-Industrie vorgestellt werden, wurde im September der Zugang zur Biodiversitätsdatenbank der Steine-Erden-Industrie gelauncht (www.biodiversitaet-sichern.de). Ziel der Datenbank ist es, den Beitrag der Gesteinsindustrie zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt einerseits zu dokumentieren und andererseits zunächst intern sichtbar zu machen. Je mehr Unternehmen sich an der Datenerfassung beteiligen, desto sichtbarer wird die bio-diverse Realität in den Gewinnungsstätten.

...Daher die Bitte des BV MIRO: „Unterstützten Sie die Datenbank durchs Einpflegen Ihrer Daten oder bitten Sie Ihr Planungsbüro ums Einpflegen. Ihr Landesverband oder wir stehen Ihnen gerne für Fragen zur Biodiversitätsdatenbank zur Verfügung.“

Quelle: BV MIRO

Steinbruch Sooneck erweitert Vertrieb im Rheinland und Ruhrgebiet

Die Hartsteinwerke Sooneck GmbH wollen den Vertrieb in den Regionen Rheinland und Ruhrgebiet erweitern. Die im Steinbruch bei Trechtingshausen abgebauten Gesteinskörnungen sollen hierzu per Schiff auf dem Rhein an die neuen Absatzgebiete gebracht werden. Die de Beijer Group, zu der die Hartsteinwerke gehören, verfügen sowohl über eigene Be- und Entladestellen am Rhein als auch über eigene Lastschiffe und Lkws für den Transport. Die Kombination aus eigenem Abbau und eigener Logistik stuft die Gruppe als einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil ein.

...„Da wir sowohl die Rohstoffgewinnung als auch die Transportlogistik in eigener Hand halten, können wir unsere Kunden schneller, flexibler und kostengünstiger als der Wettbewerb bedienen“, sagt CEO Frank Verhage. Er ergänzt: „Unsere Abnehmer finden wir im Hoch-Tief- und Straßenbau, im Garten- und Landschafts-, im Wasserbau, in der Beton- und der Kalksandsteinindustrie sowie bei Ziegeleien.“

Bei der Vermarktung in den neuen Regionen spielt der firmeneigene Umschlagbetrieb de Beijer Logistik GmbH in Duisburg eine Schlüsselrolle. Hierzu soll der Vertrieb insbesondere im Außendienst massiv ausgebaut werden. „Aktive Vertriebler mit Erfahrung im Rohstoff- und Baustoffmarkt der Region, insbesondere auf den Gebieten Schüttgüter, Bodenmanagement und Entsorgung, sind uns willkommen“, wirbt CEO Frank Verhage für neue Mitarbeitende. Er fügt hinzu: „Wir bieten sichere Arbeitsplätze in einem mittelständischen Familienkonzern, der über Generationen hinweg kontinuierlich geführt wird.“

Die deutsch-niederländische de Beijer Groep feiert in diesem Jahr 65-jähriges Firmenjubiläum. Seit der Gründung legt die Gruppe höchsten Wert auf langfristige Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und Partnern. Die Kunden erhalten eine umfassende Betreuung von der Beratung bei der Auswahl und Anwendung der Rohstoffe bis hin zur pünktlichen Lieferung am Bestimmungsort. Nachhaltig ist auch beim Abbau und Transport angesagt: Die Gruppe trägt mit Stolz das Nachhaltigkeitssiegel „NL Greenlabel“.

Quelle: Hartsteinwerke Sooneck GmbH


Recycling

Hessen stellt neuen Abfallwirtschaftsplan vor

„Abfall zu reduzieren ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz. Wir wollen in Hessen weniger Müll in der Natur, weniger Ressourcenverschwendung durch Wegwerfprodukte und weniger CO2-Ausstoß durch Mülltransporte. Um das zu erreichen, muss man an vielen Stellschrauben ansetzen: Wir brauchen langlebige Produkte, weniger Verpackungen, die Möglichkeit noch brauchbare Gegenstände weiterzugeben, recycelbare Materialien und eine gute Mülltrennung. Wir setzen an all diesen Rädchen an: Mit unserer Ressourcenschutzstrategie, unserer Plastikvermeidungsstrategie und mit der Abfallwirtschaftsplanung“, sagte Umweltministerin Priska Hinz bei der kürzlichen Vorstellung des Abfallwirtschaftsplans.

...Der Abfallwirtschaftsplan liefert die grundlegende Datenbasis zu den Abfallmengen sowie den hessischen Entsorgungsanlagen. 2018 sind im Bundesland Hessen etwa 2,83 Mio. t Siedlungsabfälle aus Haushalten und Kleingewerbe mit einem Durchschnittsaufkommen von 451 kg pro Einwohner angefallen. Der weitaus größte Anteil davon wird einem Recyclingverfahren zugeführt (57,2 %). Im Betrachtungszeitraum von 2014 bis 2018 ist die Gesamtmengen an Siedlungsabfällen kontinuierlich zurückgegangen, während im gleichen Zeitraum die Einwohnerzahl um 171.921 angestiegen ist.

Recycling soll weiterhin eine große Rolle spielen

„Der Abfallwirtschaftsplan zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, Müll zu reduzieren. Die Pandemiejahre werden von dem Bericht nicht erfasst, doch es ist klar, dass in dieser Zeit mehr zum Mitnehmen und Verschicken verpackt wurde. Wir alle müssen dafür sorgen, unnötige Verpackungen zu vermeiden und dafür intelligente Lösungen finden. Die Wirtschaft ist hier besonders gefragt. Hessen unterstützt deshalb den Aufbau von Mehrweg-Systemen und Unverpackt-Angeboten und wir diskutieren gemeinsam mit dem Handel innovative Ideen, wie man Plastik vermeiden kann“, erläuterte Hinz. Zur Reduzierung der Restmüllmengen gibt der Abfallwirtschaftsplan u.a. für Bioabfälle, Elektroaltgeräte und Verpackungen Zielwerte vor. Zudem wird aufgezeigt, wie diese Ziele erreicht werden können: So werden die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger dazu angehalten, die vorhandenen Erfassungssysteme für Garten- und Parkabfälle im Hinblick auf ihre Effizienz zu überprüfen. Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, ihre Elektroaltgeräte durch aktive Rückgabe im Wertstoffkreislauf zu halten. Ebenso wird an die Hersteller appelliert, ein materialreduziertes Verpackungsdesign zu nutzen.

Neben der Reduktion von Abfall nimmt der Abfallwirtschaftsplan auch die Stärkung und Ausweitung von Recycling in den Blick. Ein besonders großes Potential besteht hier bei den Abfällen aus Bau- und Abbrucharbeiten. „Die öffentliche Hand ist in Hessen verpflichtet, bei gleicher Eignung und zumutbaren Mehrkosten bei Bauvorhaben Recyclingprodukten den Vorzug zu geben. Beispielhaft wurde das in Korbach umgesetzt: Dort ist das neue Rathaus mit unserer Unterstützung aus recyceltem Material aus der Region erbaut worden. Dieses Modellvorhaben soll anderen Gemeinden und natürlich auch privaten Bauherren wertvolle Hinweise und einen Anstoß geben. Innerhalb der Umweltallianz werben wir für eine dauerhafte Steigerung des Einsatzes von Recycling-Baustoffen“, ergänzte Hinz.

Abfälle, die nicht vermieden und nicht verwertet werden können, müssen letztendlich beseitigt werden, das heißt sie müssen auf einer Deponie abgelagert werden. Hierzu zählen mit Schadstoffen wie z.B. Asbest belastete mineralische Abfälle, aber auch nicht weiter verwertbare Rückstände aus Hausmüllverbrennungsanlagen, die kontinuierlich anfallen. „Der Abfallwirtschaftsplan beschäftigt sich ebenfalls mit der Frage, wie sich die Deponiekapazitäten in Hessen entwickeln müssen und kommt zu dem Ergebnis, dass durch die zunehmende Verknappung von Deponieraum eine Ausweitung in den kommenden Jahren nötig wird. Nur so können wir auch zukünftig nicht verwertbare Stoffe deponieren und die Entsorgungssicherheit gewährleisten. Mit einem Gutachten soll nun geklärt werden, wie die erforderlichen Deponiekapazitäten geschaffen werden können“, erklärte die Ministerin.

Zum Download: Abfallwirtschaftsplan Hessen 2021

Quelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

bvse: Verpackungsgesetz muss weiterentwickelt werden

Das Verpackungsgesetz hat deutliche Impulse für mehr Recycling gesetzt. Doch die Experten, das zeigte sich bei der bvse-Jahrestagung 2021 Anfang Oktober in Marienfeld, sind sich einig: Es sind noch viel zu viele Verpackungen im Einsatz, die nicht oder nur schwer recycelbar sind.

Dieses Problem scheint auch nicht kleiner zu werden. Jedenfalls berichtete die Vorständin der Zentralen Stelle Verpackungsregister, Gunda Rachut, dass der Druck im Markt bestehe, Kunststoffverpackungen zu substituieren und deshalb neue Probleme entstehen. So seien zwei Trends feststellbar: Zum einen die Umstellung auf Verpackungen mit faserbasierten Verbunde und zum anderen die Umstellungen auf faserbasierte Verpackungen für flüssige und pastöse Füllgüter. Beide Verpackungsarten hätten jedoch einen Kunststoffanteil von kleiner 5 %.

...Problematisch sei, dass diese Verpackungen nicht nur schwerer als Kunststoffverpackungen, sondern auch „nur bestenfalls anteilig verwertbar“ seien. Trends also, die sich hinsichtlich der Recyclingfähigkeit von Verpackungen nicht in die gewollte Richtung entwickeln. Sie stellte fest, dass die Bewertung der Recyclingfähigkeit teilweise abhängig vom Gutachter sei und die Praxis nicht einbezogen würde. Gunda Rachut: „Tatsächlich sind in der gesamten Wertschöpfungskette Anstrengungen notwendig, für viele weitere Verpackungen Recyclingmöglichkeiten und darauffolgend Einsatzpotenziale von Recyclaten zu realisieren.“

Ein Instrument könnte der § 21 VerpackG sein, der zum Ziel hat, die Recyclingfähigkeit von Verpackungen und außerdem die Verwendung von Recyclaten mittels eines Anreizsystems im Rahmen der Bemessung der Beteiligungsentgelte zu fördern, wie Dr. Fritz Flanderka, Geschäftsführer der Reclay GmbH, erläuterte. Ob der § 21 VerpackG allerdings ein wirksames Instrument werden kann, entscheide sich daran, ob wichtige „Schlüsselfragen“ geklärt werden können, wie zum Beispiel, ob alle Inverkehrbringer einbezogen werden sollen oder sogenannte Klein-Inverkehrbringer befreit werden. Wie sollen die Zuschläge verwendet werden? Wie soll die Erhebung erfolgen? Zum Beispiel als Beteiligungsentgelt über die dualen Systeme oder über eine Abgabe?

Nach Aussage von Flanderka müssten sich alle Verantwortlichen klar darüber sein, dass der hohen Komplexität in den zu gestaltenden Regelungen Rechnung getragen werden müsse. Aus seiner Sicht seien jedoch gesetzlich definierte Zuschläge zu den Beteiligungsentgelten der dualen Systeme sowohl zielführend als auch umsetzbar.

Auch in der anschließenden Diskussion, an der sich Henry Forster, Marc Uphoff und Herbert Snell unter der Moderation von Eric Rehbock beteiligten, zeigte sich die Komplexität der Materie.

So drehte sich die Diskussion zuerst um das sogenannte chemische Recycling versus werkstoffliches Kunststoffrecycling. Eric Rehbock stellte die Frage, ob hier momentan nicht eine völlig falsche Richtung eingeschlagen werde, um die Bemühungen hinsichtlich Qualität und Recyclingfähigkeit zu unterlaufen.

bvse-Vizepräsident Herbert Snell erinnerte in seiner Antwort daran, dass das heutige chemische Recycling schon in den 90er Jahren, damals noch als rohstoffliches Recycling, in aller Munde war. Nach wie vor stehe jedoch der Nachweis dafür aus, dass diese Verfahren ökologische Vorteile gegenüber dem werkstofflichen Recycling haben.

"Die vielen Verfahren, die in den letzten fünf Jahren bekannt geworden sind, haben noch nicht gezeigt, dass sie technisch umsetzbar sind. Dass man ein Polymer depolymerisieren kann, das wissen wir aus der Chemie. Das ist machbar. Dass das aber mindestens so viel Energie benötigt, wie das Polymerisieren selber, ist jedem Ingenieur klar. Insofern stehe ich diesen Verfahren kritisch gegenüber. Wenn die Chemische Industrie erklärt, sie wolle das Verwerten, was schwierig zu recyceln ist, gleichzeitig aber alle Polyolifine beansprucht, dann ist das ein Widerspruch in sich", erklärte Snell.

Ähnlich argumentierte Dr. Fritz Flanderka, der die Position der chemischen Industrie zwar aus deren Interessensicht als "völlig legitim" bezeichnete, jedoch deutlich machte, dass seiner Ansicht nach die Anwendungsbereiche des chemischen Recyclings "streng limitiert" seien.

Dass das neue Verpackungsgesetz zwar für Verbesserungen gesorgt hat, aber den gordischen Knoten, vor allem aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger, wohl noch nicht durchschlagen hat, war den Äußerungen von bvse-Präsident Henry Forster zu entnehmen.

Er verwies darauf, dass es für die Bürgerinnen und Bürger immer noch sehr schwierig sei zu entscheiden, welcher Haushaltsabfall in welche Tonne gehöre. Wenn die Verpackung braun sei und nach Papier oder Pappe aussehe, dann lande sie in der Papiertonne, auch wenn sie eigentlich in die gelbe Tonne gehöre. Andererseits würden beispielsweise Kunststoffabfälle häufig in der gelben Tonne landen, auch wenn sie ursprünglich gar keine Verpackungen waren.

Nicht selten seien Kartonverpackungen aus dem Versandhandel auch mit so viel Klebeband versehen wenn sie beim Verbraucher ankommen, dass diese ursprünglich recycelbare Verpackung dadurch nicht mehr recyclingfähig sei. Hier habe das System noch deutlichen Verbesserungsbedarf, so die Schlussfolgerung des bvse-Präsidenten.

In eine ähnliche Richtung gingen auch die Anmerkungen von Marc Uphoff für das Glasrecycling. Er machte deutlich, dass aus seiner Sicht die neue Vorgabe des Verpackungsgesetzes eine 90 Prozentige Recyclingquote für Glasverpackungen zu erzielen, nicht zu erreichen sei. Momentan liege die Recyclingquote bei 85 %. Das Glas, das gesammelt werde, gehe auch ins Recycling. Allerdings gelangt Glas auch in den Restmüll und steht so nicht mehr für das Recycling zur Verfügung.

Immer größere Schwierigkeiten sieht Uphoff für das Glasrecycling durch Glasverpackungen, die lackiert sind und deshalb schlecht oder gar nicht recycelbar sind. Eine reine Verteuerung dieser Verpackungen, wie das der § 21 Verpackungsgesetz ermögliche, reiche nicht aus. "Das Hersteller preist das einfach ein." Sein Appell ging deshalb dahin, dass diese Verpackungen auch eindeutig als nicht recyclingfähig gekennzeichnet werden sollten, um so den Verbrauchern die Orientierung zu erleichtern.

Quelle: bvse; Bildquelle: eu-recycling.com


Asphalt

Letter of Intent bekräftigt länderübergreifendes Verkehrsmanagement

In einer gemeinsamen Erklärung haben die Autobahn GmbH des Bundes, die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) und das Bundesamt für Straßen (ASTRA) in der Schweiz, einen so genannten „Letter of Intent“ (LoI) unterzeichnet.

Beim ITS World Congress in Hamburg wurde im Beisein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer eine Erklärung (Letter of Intent) für eine länderübergreifende Zusammenarbeit im D-A-CH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) unterzeichnet. Schwerpunkt der Erklärung ist die Zusammenarbeit bei gemeinsamen länderübergreifenden Verkehrslenkungsstrategien, ein im Rahmen eines Korridormanagements sowie die Entwicklung innovativer Technologien für kooperativen, vernetzten und automatisierte Verkehr.

...„Eine intelligente Verkehrspolitik vernetzt die Verkehrsträger miteinander und macht so den Straßenverkehr effizienter und nachhaltiger. Reisen mit dem Auto und Gütertransporte werden durch innovative Verkehrslenkung planbarer und fließender. Eine effiziente Vernetzung darf deshalb nicht an den Landesgrenzen Halt machen“, betonte der Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer.

Stephan Krenz, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes, sagte: „Das vernetzte Fahren soll einen sichereren, effizienteren und umweltverträglicheren Verkehr auf den Autobahnen ermöglichen. Heute erreichen wir auf diesem Weg einen wichtigen Meilenstein.“

„Fahrzeuge, die sich miteinander und mit der Straßeninfrastruktur vernetzen, sind die Zukunft der Mobilität. Dadurch verhindern wir Verkehrsstaus und sorgen für mehr Sicherheit. Diese digitalisierte Zukunft kennt keine Grenzen, deswegen ist eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene mit unseren Partnern die notwendige Basis für diese Mobilität von morgen für uns alle“, bestätigen die ASFINAG-Vorstände Josef Fiala und Hartwig Hufnagl.

Jürg Röthlisberger, Direktor des schweizerischen Bundesamts für Straßen (ASTRA): „Verkehr kennt keine Landesgrenzen. Das merken wir in der Schweiz besonders, da wir eng mit den Nachbarstaaten verbunden sind. Ein grenzüberschreitendes Verkehrsmanagement hilft, unsere nationalen Bemühungen in den Bereichen Mensch, Fahrzeug, Daten und Infrastruktur weiterzuentwickeln. Davon können alle profitieren.“

Die Organisationen ASFINAG, Autobahn GmbH und ASTRA kooperieren bereits seit vielen Jahren, um gemeinsam innovative Projekte und Maßnahmen im Bereich des Verkehrsmanagements umzusetzen.  Über die länderübergreifende Zusammenarbeit im D-A-CH-Raum sollen die Effizienz und Wirkung dieser Maßnahmen verstärkt werden.

Quelle: Autobahn GmbH; Bildquelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

Makadamwerk Schwaben nimmt neues Asphaltmischwerk in Sindelfingen in Betrieb

Die Makadamwerk Schwaben GmbH & Co. KG hat in Sindelfingen eines der modernsten Asphaltmischwerke Deutschlands in Betrieb genommen. Es versorgt die Straßenbaustellen im Umkreis von rund 40 Kilometern mit umweltfreundlich hergestellten Aspahltmischgut – ganz im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes.

...Ausgebauter Asphalt wird zum Großteil wiederverwertet: Rund 80 Prozent der Asphaltbeläge, die im Straßenbau verarbeitet werden, sind recycelt. Die Asphaltindustrie erfüllt wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig die Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Rund um Sindelfingen – als Verkehrsknotenpunkt in der Metropolregion Stuttgart – ist der Bedarf an Asphalt besonders groß. Eine neue Mischanlage sichert nun die Versorgung: Die Makadamwerk Schwaben GmbH & Co. KG (MWS) nahm an ihrem Standort Leonberger Straße/Dachsklinge in Sindelfingen ihr neues Asphaltmischwerk in Betrieb. Es kann bis zu 3.000 Tonnen Asphalt täglich produzieren – für Bundes-, Land- und Kreisstraßen, aber auch für Hofflächen, Sportplätze, Netzerneuerungen oder zur Erschließung ganzer Baugebiete. Ein Großteil der Aufträge kommt von der öffentlichen Hand, der Rest von Bauherren aus dem privaten und gewerblichen Bereich.

Ausbau des Standortes Sindelfingen

„Die Erneuerung der Asphaltmischanlage war notwendig, um den derzeitigen Kapazitätsanforderungen und der notwendigen Sortenvielfalt gerecht zu werden“, sagt Volker Schneider, Geschäftsführer der MWS. Das Werk beliefert Baustellen im Umkreis von ca. 40 Kilometern mit diversen Asphaltsorten, darunter alle gängigen Walz- und Gussasphalte. Dank modernster Prozesstechnik ist die Recycling-Quote nun deutlich gestiegen. Zugleich sinken die CO2-Emissionen im Vergleich zur alten Mischanlage um über 22 Prozent. „Damit leisten wir einen Beitrag für klimafreundliche Baustellen“, betont Schneider. Durch den hohen Anteil an recyceltem Asphalt spart das Werk beträchtliche Mengen natürlicher Ressourcen wie Bitumen und Gesteinskörnungen. Zusätzlich entfallen die dafür notwendigen LKW-Transporte.  Mit der Anlage kommt die MWS ihren anspruchsvollen Umwelt- und Energiezielen am Standort Sindelfingen einen großen Schritt näher und verbessert ihre Umweltbilanz enorm.

Für die Entwicklung und den Ausbau des Standortes Sindelfingen hat die MWS in den vergangenen drei Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. Auf dem rund 28.000 Quadratmeter großen Grundstück sind unter anderem neue überdachte Boxen zur Lagerung von Gesteinskörnungen und eine Halle zur Lagerung von recyceltem Asphalt hinzugekommen. Als letzter Schritt wurde nun die alte Asphaltmischanlage abmontiert und die neue hochmoderne Anlage der Firma Ammann aufgebaut.

Große Sortenvielfalt in der Produktion

Noch gibt es in Baden-Württemberg nur wenige Anlagen, die sowohl Walzasphalt als auch Gussasphalt nach den entsprechenden Regelwerken produzieren können; die Sindelfinger Anlage ist eine davon. „Der Bedarf an Gussasphalt steigt, weil Asphaltdeckschichten dieser Art im Vergleich zu Walzasphalt eine viel längere Nutzungsdauer haben. Durch seine abdichtenden Eigenschaften wird Gussasphalt auch als Schutzschicht sowie als Estrich in Hoch- und Ingenieurbau verwendet“, sagt Schneider. Eine weitere notwenige ökologische und zukunftsfähige Weiterentwicklung ist der Niedertemperatur-Asphalt. Er wird bei ca. 130 Grad hergestellt, während für konventionelle Walzasphalte Temperaturen von ca. 150 bis 190 Grad benötigt werden. Das senkt den Energieverbrauch deutlich. Zudem wird die Einbaukolonne weniger durch Dämpfe, Emissionen und hohe Temperaturen belastet. Das gewährleistet einen besseren Arbeitsschutz. Um die Temperatur des Asphaltmischgutes zu reduzieren, werden geeignete Additive im Mischprozess beigefügt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Schaumbitumen zuzugeben. „Die automatisierte Verwendung von Schaumbitumen ist derzeit ein Alleinstellungsmerkmal unserer Anlage. Die automatische Zugabe von Additiven, ob in fester oder flüssiger Form, ist ebenfalls installiert. Wir beteiligen uns an Test- und Pilotprojekten, deren Ziel es ist, einen neuen Standard zu erforschen und das deutschlandweite geltende Regelwerk entsprechend anzupassen“, betont der Geschäftsführer.

Energie und CO2 einsparen

Die neue Anlage ist in ihrer Funktionsweise und Ausstattung ganz auf einen niedrigen Energiebedarf ausgerichtet. Der an den Baustellen ausgebaute Asphalt wird auf die jeweils benötigte Fraktion aufbereitet und im Heißgaserzeuger im Gegenstromverfahren ohne direkte Flammeinwirkung erhitzt. Die saubere, warme Abluft wird aus dem Kamin mit einer Leistung von 114.000 Normkubikmetern pro Stunde abgesaugt und in den Prozess zurückgeführt. Eine gute Isolation minimiert die Wärmeverluste, ein Spitzenlastmanagement optimiert den Stromverbrauch. Teilweise kommen bereits Elektromotoren der internationalen Energieeffizienzklasse IE4 zum Einsatz, die in der EU ab Juli 2023 verpflichtend sind. Alle Anlagedaten werden laufend visualisiert und überwacht. Um die Qualität zu sichern, werden laufend Proben untersucht und die Rezepteinstellung überprüft. Das geschieht in engem Austausch mit dem Makadamlabor Schwaben, das seinen Sitz am gleichen Standort hat. Die Anlage erfüllt die neuesten Vorgaben der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft), die als Grundlage für die Genehmigung technischer Anlagen dient.

Quelle: Makadamwerk Schwaben GmbH & Co. KG


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