Tausend Servicetechniker bis 2030: Dieses Ziel hat sich die Zeppelin Baumaschinen GmbH gesetzt. Die Anforderungen im Service für Baumaschinen steigen stetig, und in den kommenden Jahren scheiden zahlreiche erfahrene Fachkräfte aus dem Berufsleben aus. Derzeit betreuen 825 Mitarbeiter einen Bestand von mehr als 60.000 Cat-Baumaschinen im Markt. Zwar ist für Nachwuchs gesorgt: 225 Auszubildende absolvieren eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker. Dennoch fehlt Personal. Um zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen, hat das Unternehmen nun mit einem Pilotprojekt erstmals einen neuen Weg eingeschlagen und ein grenzüberschreitendes Bewerbungsseminar realisiert.
Daran nahmen sieben Berufsschulabsolventen der LTSA – Liceul Tehnologic de Științe Aplicate, dem Technologischen Gymnasium für Angewandte Wissenschaften – aus dem rumänischen Arad teil. Das Projekt entstand im Rahmen der von Eucontact entwickelten Matching-Strategie und wurde durch das EU-Programm Erasmus+ flankierend gefördert. Mit Standorten in Österreich, Tschechien, der Slowakei, den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Norwegen versteht sich Zeppelin ohnehin als europäischer Arbeitgeber.
Sieben Berufsschüler, die im Sommer 2026 ihre technische Ausbildung abschließen, wurden aus Arad eingeladen, zwei Wochen lang bei Zeppelin in der Werkstatt am Standort Böblingen mitzuarbeiten. Weitere Stationen waren die Schlosserei, die Schlauchfertigung und die Lackierhalle. Dort konnten sie, betreut von Eucontact, den Zeppelin-Kollegen nicht nur über die Schulter schauen, sondern selbst entsprechend ihrer Ausbildung tatkräftig mit anpacken. Begleitet wurden sie von einem Berufsschullehrer.
Während hierzulande eine duale Ausbildung der Standard ist, verhält es sich anderswo in Europa anders. Dort erfolgt die Ausbildung nach der schulischen Grundausbildung in einem technischen Fachbereich zum Wunschausbildungsberuf. Das heißt: Die Berufsschüler sind nicht an einen Ausbildungsbetrieb gebunden, sondern bemühen sich um einen Arbeitgeber – soweit überhaupt vorhanden – erst nach dem Ausbildungsabschluss. Berufsschulen in strukturschwachen EU-Regionen wiederum suchen – oft erfolglos – nach Unternehmen in der Region, welche die für die berufliche Ausbildung erforderlichen technischen Fähigkeiten, zumindest in kurzen Praktika, praktisch vermitteln können. Zeppelin begreift das als Chance zur Mitarbeitergewinnung. Sprachliche und kulturelle Barrieren sind überwindbar dank inhaltlicher und interkultureller Vorbereitung und Betreuung.
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