Für die GEKA mbH hat Meiller eine besondere Fahrzeuglösung realisiert: Auf einem batterieelektrischen Volvo FM Electric wurde ein Tectrum-Abrollkipper mit einem individuell angepassten Tectris-Absetzkipper kombiniert. So kann ein einziges Fahrzeug sowohl Abrollcontainer als auch Absetzmulden transportieren und entleeren.
Bei der GEKA („Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten“) sollten zwei in die Jahre gekommene Diesel-Lkw ersetzt werden, die bislang jeweils als Abrollkipper beziehungsweise Absetzkipper eingesetzt wurden. Gleichzeitig sollte das neue Fahrzeug unterschiedliche Transportaufgaben innerhalb und außerhalb des Werksgeländes übernehmen können. Mit der Kombination aus Tectrum-Hakengerät und Tectris-Absetzkipper wurde dafür eine Lösung umgesetzt, bei der beide Aufbausysteme auf einem Fahrgestell genutzt werden können. „Wir wollten mit einem Fahrzeug möglichst viele unserer unterschiedlichen Aufgaben abdecken“, erklärt Tobias Harneit, Betriebsleiter und Prokurist der GEKA. „Das Dual Prinzip von Meiller bietet uns dafür die Möglichkeit, zwischen Absetz- und Abrollsystem zu wechseln und das Fahrzeug entsprechend der jeweiligen Transportaufgabe einzusetzen.“
Zwei Systeme auf einem Fahrgestell
Der Volvo FM Electric 6x2 wurde mit einem Meiller Tectrum RS21.65 Hakengerät ausgestattet. Ergänzt wird das System durch einen individuell angepassten Tectris AK14-MT Absetzkipper auf einem Aufnahmerahmen für Abrollkipper nach DIN 30722-1,2. Der Tectris AK14-MT kann bei Bedarf ähnlich wie ein Abrollcontainer vom Hakengerät aufgenommen und wieder abgestellt werden, sodass für den Wechsel zwischen den beiden Einsatzarten kein zweites Fahrzeug erforderlich ist. Die für diesen Einsatz erforderliche Anpassung des Absetzkippers wurde vom Meiller Vertragspartner Wille Fahrzeugbau in Lüneburg umgesetzt. „Das Projekt bei der GEKA zeigt sehr anschaulich, wie flexibel sich Tectrum und Tectris kombinieren lassen“, sagt Michael Eicheldinger, Leiter Produktlinie Containerwechselsysteme bei Meiller. „Beide Aufbauten auf einem Fahrgestell zu nutzen, eröffnet gerade bei unterschiedlichen Transportaufgaben interessante Möglichkeiten. Mit der Kombination auf dem Volvo FM Electric konnten wir diese Lösung nun erstmals auch auf einem batterieelektrischen Fahrgestell realisieren.“
Im täglichen Betrieb nutzt die GEKA den Tectris-Absetzkipper vor allem für Transporte innerhalb des Werksgeländes. Das Fahrzeug fährt die verschiedenen Verbrennungs- und Entsorgungsanlagen an, nimmt gereinigte Böden und Sande aus den dort bereitgestellten Absetzbehältern auf und bringt sie zu Lagerplätzen oder zu Umschlagflächen, von denen sie zur weiteren Verwertung durch Dritte transportiert werden. Pro Umlauf legt das Fahrzeug dabei teilweise nur wenige hundert Meter zurück, muss diese Strecke aufgrund der zahlreichen Transporte jedoch entsprechend häufig wiederholen. Rund 660 gefüllte Absetzbehälter mit jeweils acht bis neun Tonnen gereinigtem Material fallen bei der GEKA jährlich an.
Für längere Transporte zu externen Entsorgungs- und Verwertungsbetrieben wird der Tectris-Absetzkipper abgestellt und das Tectrum-Hakengerät eingesetzt. Mit entsprechenden Abrollcontainern transportiert die GEKA unter anderem Holz, Pappe und Verpackungsmaterial sowie Schrott und kontaminiertes Erdreich. Für die Bedienung der beiden Aufbausysteme verfügt der Volvo FM Electric über zwei i.s.a.r.-control-3-Funkfernbedienungen, eine für den Abroller und eine für den Absetzer. Zudem verfügen beide Aufbauten jeweils über ihren eigenen Hydrauliköltank und haben eigene Ölkreisläufe, werden aber beide jeweils über den elektromechanischen Nebenabtrieb des Volvo FM und die damit angetriebene Hydraulikpumpe bedient. Das ist wichtig, damit die Fahrerinnen und Fahrer während der Rangiertätigkeit gleichzeitig den Abrollkipper bzw. den Absetzkipper steuern können.
Dual-System trifft Elektromobilität
Die Zukunft des Straßengüterverkehrs ist von unterschiedlichen Antriebskonzepten geprägt. Neben der bewährten Dieseltechnologie gewinnen batterieelektrische Antriebe ebenso an Bedeutung wie Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien, sodass auch die Aufbauhersteller gefordert sind, ihre Systeme an diese Entwicklung anzupassen. Meiller setzt dabei auf ein antriebsoffenes Konzept: Die Aufbauten lassen sich unabhängig vom jeweiligen Antriebskonzept einsetzen und sind damit sowohl für konventionell angetriebene Fahrzeuge als auch für Lkw mit alternativen Antrieben geeignet.
Foto: Meiller