Bayerns Bauminister Christian Bernreiter hat Anfang Oktober gemeinsam mit Landrat Thomas Karmasin, Landtagsabgeordnetem Benjamin Miskowitsch und Vertretern seines Ministeriums die Kiesgrubenrekultivierung Oberbayern (KRO) besucht. Thomas Ottl und Thomas Vilgertshofer zeigten, wie Betonabbruch am Standort erneut als Rohstoff für neuen Beton dient und welche zusätzlichen Möglichkeiten eine geplante Bodenwaschanlage eröffnen soll.
Der Bau neuer Gebäude und Infrastruktur braucht große Mengen Sand, Kies und Naturstein. Gleichzeitig fallen beim Abriss und beim Ausheben von Baugruben Materialien an, deren erneuter Einsatz natürliche Ressourcen in großem Umfang schonen kann. Bislang geschieht dies allerdings nur in sehr geringem Ausmaß: Laut einer VDZ-Studie machte Recyclingmaterial weniger als ein Prozent der in Deutschland im Beton eingesetzten Gesteinskörnung aus.
Hier setzt die KRO an. Am Standort wird nicht nur Kies gewonnen, sondern auch Betonabbruch aufbereitet, dem Naturkies beigemischt und neuer Beton hergestellt. Die Bündelung dieser Arbeitsschritte auf einem Gelände ermöglicht sehr kurze Wege und führt Sekundärrohstoffe standardmäßig in den Baukreislauf zurück. Jede eingesparte Tonne Naturmaterial schont die endlichen Rohstoffvorräte. Ein wichtiger Bestandteil ist das patentierte Gravelmix-Verfahren. Die Gäste erlebten vor Ort, wie Recyclingmaterial aus Betonabbruch und Naturmaterial im Kieswerk zusammengeführt und gemeinsam aufbereitet werden. Bei der herkömmlichen Herstellung von R-Beton gelangen die Materialien in getrennten Materialströmen ins Betonwerk.
Das Verfahren könne die Herstellung von R-Beton, also Beton, bei dem recycelte Gesteinskörnung einen Teil der natürlichen Gesteinskörnung ersetzt, einfach, verlässlich und vor allem wirtschaftlich attraktiv machen, erläuterte Thomas Ottl. Ziel sei es, R-Beton zum neuen Standard zu machen und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten, anstatt sie auf Deponien zu entsorgen. Bernreiter: „Ich freue mich insbesondere über jede bayerische Innovation, die Marktreife erlangt und das Bauen besser und kostengünstiger macht.“ Weiteres Rückgewinnungspotenzial zeigte sich auf der Deponie: Der dort deponierte Bodenaushub enthält deutlich erkennbare Kies- und Sandanteile. Bodenaushub entsteht beim Bau von Gebäuden oder Infrastrukturprojekten wie einer U-Bahn.
Die auf dem Gelände geplante Bodenwaschanlage soll die Praxis, dass Bodenaushub deponiert, statt wiederverwendet wird, verändern. Sie soll geeignete Sand- und Kiesfraktionen zurückgewinnen und nach entsprechender Qualitätsprüfung wieder nutzbar machen. Nach Angaben von Thomas Ottl und Thomas Vilgertshofer ist eine Rückgewinnungsquote von bis zu 80 Prozent möglich. Zum Gelände der KRO sagte Bernreiter: „Hier auf dem Gelände ist Kiesgewinnung, Recycling von Bauschutt und Betonherstellung effizient kombiniert. Die geplante Bodenwaschanlage hier am Standort wäre baufachlich ein weiterer sinnvoller Schritt. Allerdings ist klar, dass die Planungshoheit dafür auf kommunaler Ebene liegt.“
Bildunterschrift:
Thomas Ottl (Gravelmix) und Christian Bernreiter (Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr). Foto: Uta Bodenstein / Gravelmix