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Feess: Tag der offenen Tür

Mehr als 6000 Besucher haben am Sonntag, dem 21.06.2026, bei strahlendem Sommerwetter den Wertstoffhof des Kirchheimer Bauschuttrecyclers Feess regelrecht geflutet. Anlass war der dritte „Tag der offenen Tür“ am RC-Park Rabailen nach 2011 und 2016, mit dem das Familienunternehmen sein 75-jähriges Bestehen gefeiert hat.

„Mit diesem Sonntag wollten wir in der Region ein sichtbares Zeichen setzen und für uns und die Kreislaufwirtschaft werben,“ sagte Geschäftsführer Alexander Feess, der 2024 in dritter Generation die Nachfolge seines Vaters Walter angetreten hat. Samstags fand ein Mitarbeitertag mit 800 Besuchern statt und bereits freitags eine Party mit ebenfalls 800 Kunden und Lieferanten. Bauingenieur Feess verantwortet im Unternehmen Vertrieb, Kalkulation der Aufträge und Entwicklung der vielen technischen Anlagen, mit denen Bauschutt sortiert und aufbereitet und Erdaushub oder Gleisschotter gewaschen werden. Sein Bruder Benjamin ist für das Tagesgeschäft zuständig, koordiniert die Bauleiter und verantwortet die moderne Lkw-Werkstatt. Jochen Röhrer als angestellter Geschäftsführer betreut alle kaufmännischen Themen wie Einkauf oder Controlling. Als Prokurist unterstützt der 72-jährige Walter Feeß das Trio noch, dessen entscheidendes Erfolgskriterium für das Wachstum seit den 1990er Jahren war, die Kreislaufwirtschaft in der Baubranche einzuführen.

Alexander Feeß: „Unsere Herausforderung besteht nun darin, die nächsten technologischen Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und aktiv mitzugestalten.“ Das seien Themen wie Elektrifizierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung, aber auch sich ständig verändernde gesellschaftliche sowie regulatorische Rahmenbedingungen, denen die Baubranche unterliegt. Der an dem Wochenende dreimal gefragte Gastgeber: „Es gilt, Bewährtes fortzuführen und neue Lösungen zu entwickeln, damit nachhaltiges Wirtschaften auch künftig profitabel bleibt.“
Dafür hat das neue Führungs-Trio ein Leitbild „GEMEINSAM. WERTE. SCHAFFEN.“ entwickelt, an dem sich Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Partner seither messen. Nachzulesen ist es etwa auf den 1,7 x 3,4 Meter großen Bauzäunen, die die Feess-Baustellen absichern. Da ist von „starker Teamleistung, Begeisterung und Respekt“ die Rede, man ist „bodenständig, fair und auf Augenhöhe“ sowie „innovativ, flexibel“ und will „neue Standards in Feess-Qualität setzen.“ Beim „Tag der offenen Tür“, an dem Flyer mit dem neuen Leitbild und Logo überall auslagen, boten dessen Aussagen vielfach Gesprächsstoff.

Vor allem junge Familien und Rentner nutzten den Tag, die Firma besser kennenzulernen, die man sonst oft nur von ihren eigenen 50 grauen Lkw her kennt. Dafür war in den Rabailen ein Rundgang mit mehreren Stationen aufgebaut, an denen Kreislaufwirtschaft, Verfahrensschritte und Rechtsfragen erläutert wurden. Feeß, der in drei Jahrgängen und acht Berufen stets gut 20 Azubis ausbildet und im dualen Studiengang je Tiefbau (Mosbach) und Umwelttechnik (Ulm) anbietet: „Unser Fokus lag am Wochenende auf Kindern und Jugendlichen, die wir für uns und die Kreislaufwirtschaft interessieren wollen.“ Dafür verschenkten Mitarbeiter 1.800 Kinder-T-Shirts in Feess-Optik. Auch potentielle Kunden hatte der Veranstalter mit dem Aktionstag im Blick.

In der Rezession sei es wichtig, genügend Aufträge zu haben, um den Betrieb auszulasten, so Feeß. Dank eines großen Kundenkreises und hoher Flexibilität gelinge dies. Der Unternehmer: „Weil wir immer auch kleinere Aufträge deutlich unter einer Million Euro nicht abgelehnt haben und auch mal 30, 40 Kilometer zu einer Baustelle fahren.“ Zudem helfe, dass sich Feess zum Komplettanbieter weiterentwickelt hat, der nicht nur klassisch Baugruben aushebt oder Flächen planiert, sondern auch die kompletten Entwässerungsarbeiten sowie die Gestaltung der Außenanlagen übernimmt. Hallenbauer wie Marktführer Goldbeck schätzten diesen Service aus einer Hand.
Zugleich sind es solche Großkunden und das eigene Wachstum in der Vergangenheit, das von dem neuen Führungstrio nun Standards und Strukturen fordert, in denen die Bauleiter ihre Teams führen sollen. Feeß: „Das ist ein schmaler Grat zwischen persönlicher Freiheit, weil jede Baustelle anders ist, und klaren Prozessen, die unsere Effizienz verbessern.“ Denn der Kostendruck in der Branche sei massiv, weil seit Jahren mehr Firmen um weniger Aufträge werben.
Den Jahresumsatz von aktuell 65 Millionen Euro will die Feess-Gruppe moderat jährlich steigern. Wichtiger aber sei, die Prozesse zu verschlanken und zu digitalisieren, um die Pro-Kopf-Produktivität zu verbessern und das Unternehmen mit seinen 120 Baggern, Radladern, Raupen und Brechern oberhalb von 15 Tonnen je Gerät wettbewerbsfähig zu halten. Neben den eigenen 300 Mitarbeitern beschäftigt Feess im Jahresschnitt rund 50 weitere Lkw-Fahrer, Maschinisten oder Bauhelfer bei diversen Subunternehmen.

„Wir hatten ja keine Idee, wie vielseitig Feess unterwegs ist,“ meinte eine Mutter. Ein Familienvater staunte: „Diese Dimensionen muss man mal erlebt haben.“ Und ein Ingenieur im Ruhestand sagte: „Was in der Kreislaufwirtschaft möglich ist, wird einem erst bewusst, wenn man hier mal genau hinschaut.“ Auch Kinder und Jugendliche fanden den Parcours informativ, zumal auch mehrere Bagger in unterschiedlichen Einsätzen gezeigt wurden. Und mancherorts durfte man die Geräte sogar selbst bedienen. Für den Feess-Teamgeist sprach auch, dass am Sonntagabend nach drei Tagen Jubiläumsparty 200 Mitarbeiter binnen einer Stunde alles so abgebaut hatten, dass tags drauf der Betrieb wieder starten konnte.


www.feess.de

Fotos: Feess

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