Steigende Stückzahlen von End-of-Life-Fahrzeugbatterien und eine hohe Varianz an Batterietypen stellen Betreiber von kleinen Recyclinganlagen mit manuellen Arbeitsschritten vor eine große Herausforderung. Für ein wirtschaftliches Recycling von Elektrofahrzeugbatterien müssen die Anlagen künftig skalierbarer werden und den Automatisierungsgrad deutlich steigern. Auf der IFAT 2026 stellt Bosch Rexroth sein skalierbares Gesamtkonzept für ein zukunftsfähiges Batterierecycling vor.
Mit dem steigenden Anteil an Elektrofahrzeugen weltweit erhöht sich auch die Zahl der Fahrzeugbatterien, die künftig das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Ihr Volumen wird sich allein in den nächsten fünf Jahren verzehnfachen. Damit steigt auch die Dringlichkeit, Strategien für ein wirtschaftliches Recycling zu entwickeln, damit wertvolle Rohstoffe wieder in die Wertschöpfungskette integriert werden können. Hierfür gibt es in Europa bereits zahlreiche Projekte. Die derzeitige Recyclinginfrastruktur besteht allerdings mehrheitlich aus kleinen Anlagen, die diese Stückzahlen nicht wirtschaftlich stemmen können. Eine weitere Herausforderung ist die hohe Varianz unterschiedlichster Batterietypen im Feld.
Aufbauend auf seinem breiten Portfolio an Antriebs- und Steuerungstechnik sowie Montage-, Linear- und Schraubtechnik bietet Bosch Rexroth ein umfangreiches Lösungsangebot für die Skalierung und Automatisierung im Batterierecycling. Hierfür überträgt das Unternehmen etablierte Prinzipien aus der Fertigung auf die spezifischen Anforderungen bei Demontage und Materialrückgewinnung und implementiert automatisierte Prozesse, die menschliche Eingriffe in kritischen Phasen minimieren. Intelligente Lösungen für das Pre-Treatment, die Vorbehandlung zum Recycling, erhöhen die Qualität der Rezyklate sowie die Recyclingrate. So werden Sicherheitsrisiken reduziert, Prozesseffizienz und Wirtschaftlichkeit gesteigert.
Im Rahmen der Diagnose werden zunächst Art und Zustand der Batterie erfasst – eine Herausforderung insbesondere bei älteren Batterien, die noch nicht über einen digitalen Batteriepass verfügen. Ein Diagnosesystem ermittelt, ob und wie ein Batteriepack gefahrlos entladen werden kann. Für das Entladen bietet Bosch Rexroth sowohl ein mobiles als auch ein stationäres Entladesystem. Komponenten aus der Linear-, Schraub- Montagetechnik sowie Cobots ergänzen das Lösungsportfolio für den Transport, das Handling und die Demontage und ermöglichen sowohl manuelle als auch teil- und vollautomatisierte Konzepte. Alle Rexroth Lösungen bauen aufeinander auf. Bereits vorhandene Lösungen können daher bei einer Erweiterung oder einem Umbau in der Regel weiterverwendet werden.
Foto: Bosch Rexroth AG
Halle B4, Stand 452