×

Bekon: Energie für ein innovatives Rechenzentrum

In Čaporice bei Trilj (Kroatien) soll ein Rechenzentrum entstehen, das mit nachhaltig erzeugter Energie aus der Bioabfallvergärung betrieben wird und gleichzeitig Wärme für das Fernwärmenetz sichert. Dafür setzt der Projektentwickler Inovapro d.o.o. auf die Technologie der Bekon GmbH.  Mit der feierlichen Einweihung der Biogasanlage ist nun die erste Phase des Vorhabens »Green AI« abgeschlossen.

Die von Bekon als Generalunternehmer errichtete Anlage nutzt das diskontinuierliche Fermentationsprinzip zur Erzeugung von Biogas unter anaeroben Bedingungen. So findet die Vergärung in Tunneln statt, wobei eine zeitlich versetzte Beschickung und Entleerung eine kontinuierliche Energieerzeugung garantiert. „Diese Form des Batch-Betriebes hat sich in den letzten drei Jahrzehnten als besonders robust und sicher erwiesen,“ betont Projektleiter Matthew Cox von Bekon. „Der geringe Eigenenergieverbrauch macht dabei derartige Anlagen besonders effizient und das Material kann stapelbar in die Tunnel eingebracht werden.“ Die Anlage ist auf die Behandlung von rund 13.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr ausgelegt, welcher in der Region getrennt gesammelt wird. Die Inbetriebnahme erfolgte so beispielsweise mit Restaurantabfällen aus dem benachbarten Split. Diese mussten bisher per Lkw in das fünf Stunden entfernte Zagreb gefahren werden.

Rechenzentrum mit grünem Energiekonzept

Gegenüber von den vier Fermentern befinden sich vier weitere Tunnel zur Kompostierung der Gärreste. Die vollautomatisierten Tunnel mit Fußbodenheizung, Belüftung und Bewässerung erlauben volle Prozesskontrolle, sodass der natürliche Kompostierungsprozess bei minimalem Arbeitseinsatz von über zwölf Monaten auf rund zwei Monate beschleunigt werden kann. Am Ende bleibt qualitativ hochwertiger Kompost als natürlichem Bodenverbesserer. „Bei einer Nutzung in der Landwirtschaft trägt er so direkt zu besseren Ernteerträgen und damit zum Anbau neuer Lebensmittel bei – ein völlig geschlossener Kreislauf,“ erklärt Cox freudig.

Die bei der Verstromung des Biogases erzeugte Abwärme geht nicht verloren, sondern wird ebenfalls als Energiequelle genutzt. Das Gleiche soll mit der von den Servern des Rechenzentrums erzeugten Wärme geschehen. Zusammen mit Batteriespeichern sollen Biogasanlage und Rechenzentrum so einen besonders nachhaltigen Energiepark bilden. „Inovapro nutzt nachhaltige Energieerzeugung zur Schaffung der dringend benötigten Rechenkapazitäten. Sie gehen damit direkt zwei große Herausforderungen unserer Zeit an – dazu haben sie ein wirklich beeindruckendes Konzept erstellt, welches nicht nur für Kroatien Vorbildcharakter hat,“ ist sich Cox sicher. Für den effizienten Betrieb der Anlage ist eine Schicht pro Tag an fünf Wochentagen ausreichend. Neben Bekon waren auch weitere Unternehmen der Eggersmann Recycling Technology beteiligt. So unterstützte die Eggersmann Anlagenbau GmbH bei den Planungen und eine Eggersmann Terra Select T 50 Trommelsiebmaschine kommt zur Entfernung von Störstoffen aus dem fertigen Kompost zum Einsatz.

Vorzeigeprojekt zur Infrastrukturentwicklung

Das innovative Projekt Green AI der Firma Inovapro wird zu 80 Prozent von der Europäischen Union gefördert und gehört zu dem Wiederaufbau- und Resilienzplan des Landes. Der Plan ist eine Antwort auf die Folgen von 2020. Damals hatten die Corona-Pandemie sowie zwei besonders heftige Erdbeben in Petrinja und Zagreb das stark vom Tourismus abhängige Land hart getroffen. Mit dem Projekt sollen nun nicht nur Arbeitsplätze jenseits der Tourismusbranche geschaffen werden, sondern auch die Infrastruktur des Landes soll in puncto Digitalisierung und Energieversorgung unabhängiger werden. Gleichzeitig soll mit dem Rechenzentrum die Auswanderung von Fachkräften verhindert werden. Der Betrieb erfolgt durch Inovapro. Das auf nachhaltige Lösungen – wie Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen – spezialisierte Ingenieurbüro erweitert damit sein Geschäftsfeld.


www.f-e.de

Foto: Eggersmann

Zurück