In Deutschland fallen jährlich über 500.000 Tonnen Altreifen an. Reifen, die sich nicht mehr reparieren, nachprofilieren oder runderneuern lassen, werden idealerweise der klimagerechten Verwertung zugeführt. Der neue AZuR-Film zeigt, wie die chemische Verwertung von Altreifen in der Pyrolyse dazu beiträgt, Abfälle zu vermeiden, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten und fossile Rohstoffe klimagerecht zu substituieren.
In Deutschland und Europa anfallende Altreifen werden von AZuR-Partnern auch in Deutschland und Europa verwertet – mit nachhaltig kurzen Transportwegen und Lieferketten. In modernen, hocheffizienten Pyrolyseanlagen wird das zuvor geschredderte und granulierte Altreifen-Gummi bei 500 bis 700 °C ohne Sauerstoff thermochemisch zerlegt. Dabei entstehen Gas, Pyrolyseöl und ein fester Kohlenstoffrückstand, der zu recovered Carbon Black (kurz: rCB) aufbereitet wird. Das im Prozess entstehende Pyrolysegas kann energetisch genutzt werden und macht den Pyrolyseprozess dadurch nahezu energieautark.
Die kondensierbare Gasfraktion wird als Pyrolyseöl auskondensiert. Dadurch kann ein Großteil des Kohlenstoffs aus den Polymeren der Reifenmischung zurückgewonnen werden. Das Öl kommt in der Chemieindustrie als Substitut für fossilen Kohlenstoff zum Einsatz. Es wird (mit fossilen Rohstoffen, auf Mass-Balance-Basis) in klassischen C4-Crackern genutzt, um Monomere herzustellen.
Recovered Carbon Black: klimaschonendes Substitut für fossilen Industrieruß
Mit dem Recovered Carbon Black wird der in Reifen enthaltene Industrieruß zurückgewonnen. Es wird auf eine sehr feine, homogene Partikelgröße gemahlen und pelletiert – als klimaschonendes Substitut für fossilen Industrieruß, das zum Beispiel in der Reifenherstellung bis zu 80 Prozent CO2 einspart. Recovered Carbon Black ist ein wertvoller Sekundärrohstoff für die Herstellung neuer Reifen sowie einer Vielfalt gummibasierter Produkte: Gummiböden, Dichtungen, Förderbänder, Farben und Lacke, Sportprodukte oder Textilien. Dabei kann es je nach Anwendung bis zu 100 Prozent des fossilen Industrierußes ersetzen.
Die Pyrolyse erzeugt aus Abfall wertvolle Sekundärrohstoffe für Europa
Natürlicher und synthetischer Kautschuk sowie fossile Füllstoffe aus Reifen werden umweltverträglich in neue Ressourcen verwandelt – ein wichtiger Schritt zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Aus einem Reifen werden in der Pyrolyse rund 2,5 Liter Öl und 3,5 Kilogramm recovered Carbon Black gewonnen.
Immer mehr Industrieunternehmen in Deutschland und Europa setzen Pyrolyseöl und recovered Carbon Black ein, um fossile Rohstoffe zu ersetzen, Ressourcen zu schonen und klimaschädliche CO2-Emissionen zu senken. Pyrolyseöl und Recovered Carbon Black stehen für den Wandel zu einer echten Circular Economy. Statt fossile Rohstoffe zu verbrennen, werden Kautschuk und Kohlenstoff aus Altreifen zurück in den Kreislauf geführt und neu genutzt. Das eröffnet der Industrie den Weg zu einer nachhaltigeren Produktion.
Pyrolyse als Brücke zu echter Kreislaufwirtschaft
Der AZuR-Film unterstreicht: Die Reifen-Pyrolyse ist kein Ende, sondern ein Neuanfang. Kautschuk und Kohlenstoff werden im Kreislauf und auf der Straße gehalten. Damit wird ein zentraler Beitrag zur Transformation von einer linearen hin zu einer zirkulären Wirtschaft geleistet. AZuR setzt mit dem neuen Film auf Aufklärung und Transparenz. Ziel ist es, das Potenzial der Reifen-Pyrolyse als klimaschonende Verwertungstechnologie einem breiteren Publikum näherzubringen – von Industrie über Politik bis zur breiten Öffentlichkeit.
Und hier zum Video:
https://www.youtube.com/watch?v=Y3XHOxw7ys0
Foto: Pyrum Innovations